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Lara Croft and the Guardian of Light

von Mario Lissi vom 21.08.10, 10:10 Uhr

Hüter des Lichts

Die bekannteste Dame der Videospielgeschichte schlägt wieder zurück! Diesmal nicht unter dem Deckmantel der "Tomb Raider"-Reihe, doch davon unbeirrt hüpft und kämpft sich Lara Croft in "Lara Croft and the Guardian of Light" durch die Landen. Der letzte Beitrag des diesjährigen "Summer of Arcade" bringt rekordverdächtige 2GB auf die Festplatten-Waagschale und kostet erneut 1200 Microsoft-Punkte.
Screenshots zu Lara Croft and the Guardian of Light




 
Spieglein, Spieglein... in Südamerika

Die Story von "Lara Croft and the Guardian of Light" ist genauso hanebüchen wie die der Vollpreis-Vorgänger. Lara entdeckt einen mystischen Spiegel in Südamerika, der einen finsteren Dämon beherbergt. Nachdem dieser erwacht und naturgemäß ziemlich stinkig reagiert, kommt auch noch der Hüter des Lichts zur Party, um der Heldin beizustehen - womit bereits ein Licht auf den Mehrspielercharakter geworfen wurde. Zwar ist "Lara Corft and the Guardian of Light" auch für den Einzelspieler interessant, das volle Potential schöpft man allerdings nur im Zweispielermodus aus, der derzeit (bis voraussichtlich Ende September) nur lokal funktioniert. Online-Multiplayer via Xbox Live werde nachgereicht, so die Macher von Crystal Dynamics - eine recht fragwürdige Politik. Nicht nur einmal wurde ehrlichen Kunden von Spieleherstellern versprochen eine bestimmte Funktion nachzureichen, nur um das dann nachträglich "zu vergessen". Gerade bei den "Olympischen Spielen" der Arcade-Spiele muss man für sowas wohl kein Verständnis aufbringen.

Augenfreuden

Neben den zu erwartenden Pixelbrüsten gibt es auch in anderer Hinsicht Grund zur Freude: "Lara Croft and the Guardian of Light" sieht hervorragend aus! Die in den bisherigen "Tomb Raider"-Teilen benutzte 3rd-Person-Optik musste einer isometrischen Darstellung weichen - ähnlich wie seinerzeit bei "Diablo". Das funktioniert auch in Zeiten von vor Technologie strotzenden 3D-Engines hervorragend und sieht überdies prima aus. Die Umgebung ist voller Details, und viele Bestandteile des Levels lassen sich dem Erdboden gleichmachen. Auch sonst ist häufig ganz schön was los, und man muss sich mit allerhand Waffentechnologie den Weg freischiessen.

Spielerisches

Prinzipiell ist und war Lara Croft schon immer primär eine Hüpferin. Der Jump-and-Run-Aspekt der "Tomb Raider"-Titel besteht nach wie vor. Auch die "Rätsel", wenn man diese so nennen kann, existieren weiterhin - und sind der Hauptgrund für die Unterschiede zwischen Einzelspieler- und Zweispielermodus. Drei Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass Spieler jeder Fertigkeitsstufen ihre Freude mit "Lara Croft and the Guardian of Light" haben. Die Steuerung legt dem Spieler jedenfalls keine Steine in den Weg: Ähnlich wie bei den bekannten Twin-Stick-Shootern bewegt man Lara mit dem linken Analogstick, während man mit dem rechten Stick die Schussrichtung anpeilt. Lediglich abdrücken muss man noch mit der rechten Schultertaste.

Das jüngste Gericht

"Lara Croft and the Guardian of Light" bietet erstaunliche 15 Missionen, die den Spieler so etwa 7-8 Stunden beschäftigen. Da sich Einzel- und Zweispieler stellenweise deutlich unterscheiden, und es überdies auch noch eine ganze Menge an versteckten Extras einzusammeln gibt, multipliziert sich das ohnehin. Der gebotene Umfang geht also für die 1200 Microsoft-Punkte durchaus in Ordnung, dennoch hinterlässt der fehlende Online-Multiplayer einen sehr faden Geschmack. Ohne noch weiter darauf herumzureiten: das hätte als "krönender Abschluss" des Summer of Arcade absolut nicht sein dürfen. Bis Ende September der Online-Multiplayer-Patch erscheint, dürften die meisten das Spiel längst durch haben und sich dessen überdrüssig sein - viel Betrieb dürfte von daher kaum zu erwarten sein, so dass man zumindest nicht darauf hoffen sollte, ständig Spielpartner zu finden. Erfreulich hingegen, dass jetzt bereits Download-Content angekündigt ist, und Gerüchten zufolge soll zumindest der erste für die Xbox360-Gemeinde zeitweise kostenlos sein - eine Art Kompensation für die Wartezeit auf den Online-Patch.
"Lara Croft and the Guardian of Light" ist trotz des für manche erheblichen Mankos ein hervorragendes Spiel mit einer Anwärterschaft auf einen Platz in der Top 5 der Arcade-Titel 2010.
Fazit zu Lara Croft and the Guardian of Light
Wie man eventuell bereits dem Test entnehmen konnte, bin ich einigermassen verstimmt über den fehlenden und nachzureichenden Online-Multiplayer. Das trübt aus eingangs erwähnten Gründen meinen Spielspass schon, und das ist auch der einzige Grund, warum sich die gute Lara mit einer Gesamtnote von 8 statt 9 zufrieden geben muss. Vielleicht vermag ja das Update zu versöhnen, denn es ist schon schade, wenn ein derartig hervorragendes Spiel einen solch hässlichen Makel davontragen muss - quasi ein fetter Pickel auf Laras Stirn.
 
Lara Croft and the Guardian of Light
  Typ: Neuerscheinung
  Erschienen: 18.08.2010
  Entwickler: Crystal Dynamics
  System: Xbox 360
  Spieler: 2
  Genre: Action
  USK: USK 12
  Sprache: Deutsch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Preis: 1200  MS Points
 
Bewertungen

 

  Spielspaß:
9/10
  Präsentation:
8/10
  Preis/Leistung:
8/10
  Gesamt: 8/10
 Userwertung: 
 
+
hervorragende Optik
netter Zweispielermodus
gute Steuerung
-
(noch) kein Online-Multiplayer
 
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