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Homefront

von Kevin vom 02.03.11, 17:40 Uhr

Bei uns in der Vorschau

Schon in den Kindertagen der Computer- und Videospiele war der Krieg im Allgemeinen und der Kalte Krieg im Besonderen ein extrem beliebtes Thema. Aus irgendeinem Grund war die stets vorhandene Gefahr durch den Kommunismus nicht nur ein probates Mittel zur Aufrüstung, sondern auch eine Thematik, die in der Popkultur nur allzugerne zum Gruseln eingeladen hat. In eine ähnliche Kategorie fällt hierbei auch "Homefront", der kommende Titel von THQ. Am 15. März ist es soweit - doch worauf kann sich der Spieler einstellen?

Screenshots zu Homefront




 
Gefahr durch den roten Feind

Wenn man auf "Call of Duty: Modern Warfare 2" zurĂĽckblickt, sieht man ein Spiel, das an vielen Stellen Tabus bricht. Zwar war die berĂĽchtigte Flughafen-Szene die wohl umstrittenste, aber vor allem der russische Ăśberfall auf die USA berĂĽhrte einen wunden Punkt.
Genau hier setzt auch "Homefront" an - nur handelt es sich dieses Mal um einen anderen Gegner. Wir schreiben das Jahr 2027 - die Welt hat sich deutlich verändert. Nicht nur, dass Erdöl mit hoher Geschwindigkeit immer knapper wird - auch die Trennung zwischen Nord- und Südkorea ist endgültig weggefallen. Auch wenn das zunächst nach einer positiven Entwicklung klingt, ist das mit einem Problem verbunden: Nicht etwa der demokratische Süden hat das Zepter von Gesamtkorea übernommen, sondern der kommunistische Norden.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, stellt sich heraus, dass die neue rote Gefahr auch einen stattlichen Vorrat an Nuklearwaffen angehäuft hat. Unter normalen Umständen wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen, allerdings haben die Vereinigten Staaten mit ihren eigenen Problemen genug zu tun. Es gilt nämlich, den Zerfall der Supermacht zu verhindern, der sich aufgrund der ganzen Öl-Problematik eingestellt hat. Und so kommt es, wie es kommen muss - die Gesamtkoreanische Armee nutzt die Gunst der Stunde und fällt in die geschwächten Vereinigten Staaten ein - kann man die Eingreifer zurückschlagen?

Die kleine Revolution

Der Angriff kommt denkbar ungelegen und überraschend. An ein Aufgebot der Army ist nicht zu denken, und deshalb gibt es nur vereinzelte Widerstandsgruppen, die sich gegen den übermächtigen Feind auflehnen. In einer solchen übernimmt man die Rolle des Hubschrauberpiloten Robert Jacobs, der sich gerade angeschlossen hat, als es darum geht, einen Benzin-Konvoi von Colorado nach San Francisco zu begleiten - wie bereits erwähnt, ist der vielleicht wichtigste Rohstoff der Neuzeit mittlerweile fast unbezahlbar. Tatsächlich ist dieser Konvoi das einzige, worum es in "Homefront" im Detail geht - den sonstigen Geschehnissen in dem Konflikt werden ansonsten nur noch kleine Fenster eingeräumt.
Wie man sich sicherlich vorstellen kann, ist der Schauplatz ein verhältnismässig ungewohnter: Während man als erfahrener Videospielsoldat alle Kriegsschauplätze angefangen vom Deutschland der vierziger Jahre über Vietnam bis hin zu eher aktuellen Wüstenszenarien kennt, sind die Vereinigten Staaten mit all den Vorstädten, Wohnviertel und Hinterhöfen immer noch sehr exotisch.

Eine Frage der Herkunft

Bei "Homefront" wird laut Produzent Dex Smither der Fokus auf Story, Atmosphäre und Emotionen liegen statt auf Hollywood-reifen Spezialeffekten und Explosionen. Für die Story hat man daher John Milius verpflichtet, der auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückblicken kann und seine Finger in der Vergangenheit in vielen wichtigen Werken hatte - Teile der Drehbücher von "Der weisse Hai" und "Apocalypse Now" sowie die Regie von "Die rote Flut" gehen auf sein Konto. Hinzu kommt, dass er leidenschaftlicher Waffensammler ist, und von daher für die Story eines Shooters wie "Homefront" sozusagen die erste Wahl darstellt.
Natürlich befinden wir uns in einer visuellen Zeit - ständig ist man als Spieler auf der Suche nach dem nächstgrösseren visuellen Erlebnis. Doch trotzdem dürfte die Entscheidung der Macher, sich auf eine möglichst interessante Story zu konzentrieren, eher begrüssenswert sein. Immerhin hat man als Spieler schon einiges gesehen - zugegebenermaßen auch sehr eindrucksvolles - aber den Reiz einer durchdachten Story kann eigentlich nichts ersetzen.

Antriebsmotor

Hinter "Homefront" steckt einmal mehr die recht beliebte, aber auch nicht mehr ganz taufrische Unreal Engine 3. Das sorgt für eine recht passable technische Umsetzung, und wenn man mal Videos und Screenshots genauer betrachtet, fällt einem eigentlich kein eklatanter Mangel in optischer Hinsicht auf.
FĂĽr viele, vielleicht sogar die meisten, Spieler kommt dem Multiplayer-Modus eine genauso hohe Bedeutung zu wie der Einzelspieler-Kampagne. Wie man sich sicher denken kann, geht es auch im Mehrspielerbetrieb um die Fehde zwischen den beiden Faktionen USA und Gesamtkorea. Bis zu 32 Spieler dĂĽrfen sich hier gegenseitig ans Leder - und im Gegensatz zum Multiplayer-Primus "Call of Duty" auch unter Zurhilfenahme von Fahrzeugen.
Sehr spannend ist auf jeden Fall die Idee des Battlecommanders. Dieser vergibt bei "Homefront" so eine Art Gefährdungslevel - wer besonders erfolgreich im Kampf gegen die Opposition ist, wird vom Battlecommander markiert und fortan zum beliebten Ziel gemacht. Dafür gibt es dann Belohnungen - wie man sich denken kann, eine sehr motivationsfördernde Angelegenheit.

Ausblick

Lange müssen wir nicht mehr warten, bis wir "Homefront" in den Händen halten dürfen - schon am 15. März ist es soweit. Vielleicht sehen wir dann ja eine Rückkehr zur Maxime der Story, die wichtiger ist als übertriebene Engine-Orgien - es wäre durchaus eine wünschenswerte Entwicklung.


Homefront

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  Termin: 15.03.2011
  Hersteller: THQ
  Entwickler: KAOS Studios
  System: Xbox 360
  Genre: Ego-Shooter
  Onlinfähig: Ja
  Webseite: homefront-ga...
 
1. Eindruck von Homefront
"Homefront" bietet eine hochinteressante Story - eine Art ausgebrochener Kalter Krieg in der Zukunft, mit einer extrem starken und aggressiven asiatischen Faktion und einer orientierungslosen zerbröckelnden Supermacht USA. Man spielt nicht den Supersoldaten, der die ganze Welt rettet, sondern eher ein kleines Rädchen in der Rebellen-Maschinerie. Der Autor John Milius ist ein Garant für eine spannende Story, und darauf soll auch der Fokus von "Homefront" liegen. Aber auch der Multiplayer-Modus bietet so einige spannende Ideen - beispielsweise in Form des Battlecommanders, der den Spieler umso mehr zur Zielscheibe für die Gegner werden lässt, je erfolgreicher er bei seiner Aufgabe ist. Insgesamt also ein First-Person-Shooter der etwas anderen Art, und das nicht zuletzt aufgrund des westlichen Kriegsschauplatzes.
 
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