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Aliens: Colonial Marines
von Kevin vom 14.02.13, 00:46 Uhr
Bei uns im Alien-TEST!

Tats√§chlich: Monatelang gab es gef√ľhlt jeden Tag eine Ank√ľndigung, News oder Videomaterial zu "Aliens: Colonial Marines". Man hatte schon fast den Eindruck, dass man bereits alles √ľber den Titel wei√ü - doch jetzt ist endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem man sich selbst davon √ľberzeugen kann. Das Spiel ist ab sofort verf√ľgbar, und wie es sich geh√∂rt, haben wir einen scharfen Blick darauf geworfen. Welche Einsch√§tzung dabei herausgekommen ist, erfahrt Ihr in unserem Test.
Screenshots zu Aliens: Colonial Marines


 
Gigers Monster sind wieder da

Die seinerzeit von H.R. Giger erdachten Aliens sind mittlerweile schon Mitte 30 - und trotzdem noch immer Teil unserer Popkultur. So gab es zwar schon ein Weilchen keinen entsprechenden Videospielvertreter mehr, allerdings beweist das jetzt erschienene "Aliens: Colonial Marines" einmal mehr, dass die Außerirdischen einfach nicht totzukriegen sind.

Der neue Videospiel-Ableger reiht sich in der Alien-Chronologie unmittelbar nach den Ereignissen von "Aliens", dem zweiten Film der Reihe aus dem Jahr 1986, ein. √Ąhnlich wie in den Filmvorbildern findet man sich mit seinem Team nach einem Hilferuf an Bord eines Raumschiffs wieder - aber die Besatzung scheint verschwunden zu sein. Doch was ist mit ihnen passiert? Und wo sind die Marines abgeblieben, die man als erste Rettungstruppe dorthin geschickt hat? Klar, als Beobachter kann man sich das nat√ľrlich denken, aber der Dramaturgie halber ist das f√ľr den Protagonisten und seine Weltraum-Knochenbrecher nat√ľrlich ein gro√ües R√§tsel. Und das will jetzt vom Spieler gel√∂st werden.

Und ab geht die Post

Okay, die Story ist schon einmal keine √úberraschung - und das f√ľhrt sich nat√ľrlich auch beim Gameplay fort. So haben wir es vom Prinzip her mit einem recht gew√∂hnlichen First-Person-Shooter zu tun. Auch der Raumschiff-Schauplatz ist ganz bestimmt nichts mehr Neues, und ehrlich gesagt gibt es bei "Aliens: Colonial Marines" diesbez√ľglich auch nichts zu sehen, was man nicht schon mindestens ein Dutzend Mal zuvor erleben konnte.

Eigentlich erwartet man ja einen ordentlichen Schockeffekt von einem Alien-Videospiel - kein Wunder, konnte man die Filme seinerzeit nicht selten in den Horror-Regalen der Videotheken finden. "Aliens: Colonial Marines" l√§sst es aber zun√§chst doch eher ruhig angehen. Und selbst, wenn man endlich zum ersten Mal auf ein solches au√üerirdisches Monster st√∂√üt, mangelt es an echter Schrecksekunde und an Schockmoment. Soweit ist das sicherlich schon einmal keine allzu gute Voraussetzung f√ľr ein Spielerlebnis, wie man es sich eigentlich vorgestellt hat.

Im Dutzend billiger!

Wo man anf√§nglich eher sporadisch mit dem au√üerirdischen Kroppzeug in Kontakt kommt, geht es dann doch noch recht rabiat zur Sache. Da ist dann zwar ausreichend Action in der Wundert√ľte, daf√ľr verliert der Horror- und Schockergedanke umso mehr an Bedeutung. Und so verkommt "Aliens: Colonial Marines" in gro√üen Z√ľgen ein wenig zu einem recht bedeutungslosen Baller-Einheitsbrei. Es gibt zwar zwischendurch ein paar Einlagen, die nicht zwangsl√§ufig in dieses Muster passen, diese sind allerdings ganz klar in der Minderheit und wirken obendrein noch reichlich "aufgesetzt".

Etwas milder stimmt da schon das Waffensystem - hier kann man nämlich reichlich Extras freischalten, und zwar erfreulicherweise via Online- als auch Offline-Modi. Das ist dann aber schon so ziemlich das Einzige, was ein wenig aus dem grauen Brei hervorsticht.

Shooter-Schund?

Zugegeben: Es ist heute wirklich nicht mehr einfach, die verw√∂hnten Spieler mit dem Konzept "Ego-Shooter" noch zu √ľberzeugen und zu begeistern. Man hat schon so viel gesehen und durchlebt - es gibt wohl nicht mehr viel, was dem Spieler eine echte √úberraschung verschafft. Was allerdings "Aliens: Colonial Marines angeht" - man h√§tte es zumindest einmal versuchen k√∂nnen. Man f√ľhlt sich fast ein wenig an das "Duke Nukem Forever"-Debakel erinnert, von dem sich ja viele Spieler deutlich mehr erhofft hatten.

Noch weniger Gewicht enf√§llt bei "Aliens: Colonial Marinnes" allerdings auf den einzelnen Gegner. Man m√§ht sich durch die Feindeshorden, und zwar mit einer Leichtigkeit, dass man sich fragen muss, wie dieses Kanonfutter es doch schaffen konnte, zu einer Gefahr f√ľr die Menschheit zu werden. Selbst Boss-Gegner sind extrem farblos und √∂de - und verlangen dem Spieler auch wenig Anspruch ab. Das spielt nat√ľrlich wieder hervorragend der Kritik zu, dass irgendwie die bedrohliche Atmosph√§re fehlt - es schmerzt einfach, wieviel Potential man hier v√∂llig gedankenlos verschenkt hat.

Die Mischung machts?

Auch graphisch ist "Aliens: Colonial Marines" eine recht durchwachsene Sache. Zwar gibt es durchaus einige lichte Momente hinsichtlich der Raumschiff-Optik, allerdings wird das ziemlich fix durch miese Animationen und teilweise extrem verwaschenen Texturen zunichte gemacht. So richtig zeitgem√§√ü ist das freilich nicht - f√ľr ein Spiel am Ende der Lebenszeit einer Konsole w√ľrde man dann doch technisch deutlich hochwertigeres Erwarten.

Zumindest √ľber den Soundtrack kann man hingegen nicht meckern. Zwar dauert es ein wenig, bis sich hier ein wenig Atmosph√§re aufbaut, passend ist das Gebotene aber - ebenso wie die Soundeffekte - allemal. Wer jetzt auf eine √§hnliche Qualit√§t bei der deutschen Synchronisation hofft, wird allerdings wieder einmal aufs Bitterste entt√§uscht werden. Seit Halo 3 gab es wohl keine derartig fiese Synchronisation. Das mag zwar keine echter Beinbruch sein, unterstreicht die negativen Aspekte des Titels aber umso mehr.

Und nochmal mit Begleitung

Spielt man ungern alleine, so bietet einem "Aliens: Colonial Marines" so einiges, um Zeit mit seinen Kollegen zu verbringen. Da bietet sich einerseits die M√∂glichkeit an, die Einzelspieler-Kampagne kooperativ abzuschlie√üen, das ist aber keineswegs alles. So gibt es auch das √ľbliche "Team Deathmatch", das nun wirklich nicht fehlen darf, aber auch zus√§tzliche Spielmodi wie Survival oder der Escape-Modus sind vorhanden. Wo der Multiplayer-Aspekt bei anderen Spielen zur nahezu bedeutungslosen Zugabe wird, rettet er "Aliens: Colonial Marines" so ein wenig den Hals. Zwar machen die Multiplayer-Aktivit√§ten das Spiel nicht zum √úberraschungsknaller, wer sich allerdings trotz aller M√§ngel den Alien-Spa√ü nicht ganz verderben lassen m√∂chte, der bekommt hier noch einen klaren Zusatznutzen geboten.

Muss das sein?

Ganz ehrlich: Das haben sich nicht nur die Hardcore-Fans von "Aliens" anders vorgestellt: "Aliens: Colonial Marines" ist deutlich farbloser als n√∂tig, und was noch viel schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass einfach keine Atmosph√§re aufkommen will. Wo man sich den schieren Horror w√ľnscht, herrscht Massenabfertigung billiger Gegner. "Aliens: Colonial Marines" ist nicht die gr√∂√üte Katastrophe seit Menschengedenken, aber eben leider wesentlich schlechter als erhofft.
Fazit zu Aliens: Colonial Marines
Um es kurz zu machen: "Aliens: Colonial Marines" ist leider eine ziemliche Enttäuschung geworden. Fades Gameplay, praktisch völlig ohne Atmosphäre und Charakter - da hilft nur noch der Multiplayer-Modus, um das Ganze etwas aus den Miesen zu reißen. Wer hofft, einen echten Knaller nach Film-Vorbild vor das Joypad zu bekommen, wird ziemlich enttäuscht werden - das war wohl nix, Sega!
 
Aliens: Colonial Marines

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  Erschienen: 12.02.2012
  Hersteller: Sega
  Entwickler: Gearbox
  System: Xbox 360
  Spieler: 8
  Genre: Ego-Shooter
  USK: USK 18
  Sprache: Deutsch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: sega.de
  Preis: 53,42 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
66 %
  Sound:
78 %
  Gameplay:
55 %
  Umfang:
58 %
  Multiplayer:
79 %
  Gesamt: 67 %
 Userwertung: 
 
+
+ recht ordentlicher Multiplayer
+ Soundtrack √ľberzeugt
+ umfangreiches Waffensystem
-
- √ľberwiegend altbackene Grafik
- es kommt kaum Atmosphäre auf
- fiese deutsche Synchro
- flaches Gameplay
 
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