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Duke Nukem Forever
von Kevin vom 10.06.11, 21:03 Uhr
Bei uns im Test

Jetzt ist es also tatsächlich soweit - "Duke Nukem Forever" hat endlich das Licht der Welt erblickt. Dass es wirklich einmal dazu kommen wird, haben wohl die wenigsten Zocker geglaubt - dementsprechend hoch sind natürlich auch die Erwartungen. Zwar ist der Duke zweifelsohne eine der coolsten Figuren der Videospielgeschichte, aber nach Entwicklerwechsel und runden vierzehn Jahren Wartezeit stellt sich dennoch die Frage: Taugt das Spiel denn oder will man auf die Schnelle mit dem Namen Kohle scheffeln?
Screenshots zu Duke Nukem Forever




 
Ein kalter Tag in der Hölle

"Duke Nukem Forever" kann eine Chronik vorweisen wie kein anderes Spiel. Bereits im April 1997 gab es - nicht allzulange nach dem Release des legendären "Duke Nukem 3D" - erste Ankündigungen zu dieser unendlichen Geschichte. Während die Entwicklung durch die Videospielpresse zunächst eifrig verfolgt wurde, hat sich die Aufmerksamkeit nach einer langen Durststrecke etwas verlagert, und so kam es, dass man eigentlich nur noch alle paar Jahre lesen musste, dass der Duke erneut verschoben wurde. Zumeist waren Dinge wie Engine-Wechsel und ähnliches dafür verantwortlich, das Ganze lief aber derartig häufig und über einen langen Zeitraum ab, dass sich daraus schon ein Running Gag entwickelt hat. Als dann im letzten Jahr bekannt wurde, dass plötzlich die Mannen von Gearbox (verantwortlich etwa auch für Borderlands) an dem Spiel schrauben, war die Erwartungshaltung bei den Fans schon so gering, dass nur die wenigsten einen tatsächlichen Release kommen sahen. Doch man hat - trotz einiger kleinerer Verzögerungen - Wort gehalten, und so darf man jetzt den Duke auf seinem neuesten Abenteuer begleiten.

Makin' Bacon!

Die Story ist - und das dürfte wohl die wenigsten überraschen - denkbar simpel. Auch wenn der Duke im Vorgänger den Ausserirdischen kräftig in die schwabbeligen Hintern getreten hat und die Plage unter Kontrolle zu sein schien, konnten sich die fiesen Aliens neu formieren. Zwar ist der Duke mittlerweile ein gefeierter Held wie kein zweiter, doch als sich die Aliens bei den Menschen diplomatisch anbiedern und die alte Freundschafts-Tour abziehen, bleibt Duke skeptisch. Das kostet ihn so einige Sympathien, aber es kommt wie es kommen muss: Die Ausserirdischen schlagen zu und klauen alle Babes - das geht ja nun überhaupt nicht. Was bleibt da anderes Übrig, als einmal mehr in alte Muster zurückzufallen und für Recht und Ordnung zu sorgen?

...und ich habe keinen Kaugummi mehr!

Genug der Vorrede - wie darf man sich "Duke Nukem Forever" also in spielerische Hinsicht vorstellen? Ganz klar, wir haben es mit einem Shooter der klassischen Garde zu tun. Unter Zuhilfename reichlich schlagkräftiger und manchmal auch ungewöhnlicher Waffen bahnt man sich seinen Weg durch eine ganze Reihe von verschiedenen Arealen. Dabei werden natürlich praktisch permanent Gegner ausgeschaltet - wie sollte es auch anders sein. An Waffen gibt es die üblichen Verdächtigen wie Schrotflinte oder Sniper-Wumme, aber auch ein Eisstrahler oder eben die Schrumpfkanone kommen zum Einsatz. Im Gegensatz zum antiquierten Vorgänger gibt es diesmal allerdings nicht die Möglichkeit, das ganze Waffenarsenal mit sich rumzutragen - mehr als zwei Schiesseisen will der muskelbepackte Weltenretter nicht gleichzeitig rumwuchten.
Auch die Energie-Anzeige in Form des Ego-Meters hat man etwas an heutige Gepflogenheiten angepasst. Wo man früher stets darauf achten musste, immer genügend Energie zu haben, regeneriert sich diese in "Duke Nukem Forever" von selbst - so wie man das von den meisten anderen Shootern dieser Tage her kennt. Soweit ist das wohl kaum etwas besonderes, aber der eigentliche Spielspass kommt aus einer ganz anderen Ecke.

Besonderheiten

Auch wenn "Duke Nukem Forever" in spielerischer Hinsicht also kaum Neuland betritt, so ist das Spiel dennoch unglaublich kurzweilig. In erster Linie liegt dies zweifellos an dem Charakter, der trotz extrem simpler Story und wenig aufregendem Setting immer wieder aufs Neue begeistern kann. Die Sprüche sind einfach cool und derb-humorvoll und die ganze Handlung ist derartig brutal und überzogen, dass man es einfach als Persiflage auf das komplette Action-Genre ansehen muss. Da bleibt kein Auge trocken, aber auch in Sachen Abwechslung wird dem Spieler so einiges geboten - man muss also nicht von Anfang bis zum Ende stur durch die Gegend rennen und Ausserirdische perforieren, sprengen, treten oder auf sonstige Art und Weise ihres Daseins erleichtern.

(K)eine Frage der Optik

Eines ist klar, und das gilt sowohl für die Optik als auch für das Gameplay: Wer bei "Duke Nukem Forever" ein Spiel erwartet, an dem vierzehn Jahre lang mit Hochdruck und Volldampf gearbeitet wurde, das neue Maßstäbe setzt und die Menschheit in kaum zu bändigende Verzückung versetzt - der wird zwangsläufig enttauscht werden.
Das äussert sich auch in der Optik des Dukes. Es gibt rein prinzipiell nicht allzuviel zu mosern darüber, was die Engine so zu bieten hat, und vor allen Dingen ist die Grafik nicht so trist und abwechslungsarm, wie es bei so manch anderem Shooter der Fall ist. Dass wir es nicht mit topaktuellen Höchstleistungen zu tun haben, ist anbetrachts der Atmosphäre sicherlich noch verzeihlich. Weniger schön hingegen die Tatsache, dass man es bisweilen durchaus mit so einigen Rucklern zu tun hat - gerade auf Videospielkonsolen möchte man sowas ja nicht unbedingt haben und diese wären wohl auch aufgrund der einheitlichen Hardware wesentlich einfacher zu vermeiden als es bei PCs mit tausenden verschiedenen Ausstattungsvarianten so der Fall ist.
Umso erfreulicher sieht es aber bei der Akustik aus. Gleich zu Beginn wird klar - man hat sich ganz den alten Klängen hingegeben, sowohl was das Duke-Theme angeht als auch die Soundeffekte und Menügeräusche. Ganz besondere Aufmerksamkeit wird natürlich der Sprachausgabe zuteil - schliesslich ist diese zumeist von eher durchwachsener Qualität. Allen Zweiflern zum Trotz ist die deutsche Variante wirklich gut geworden - man hat die deutsche Synchronstimme von Bruce Willis bemüht. Wenn man nicht unbedingt an der originalen englischen Duke-Stimme hängt, dann ist die deutsche Fassung ein durchaus adäquater Ersatz mit viel Stil und Humor.

Die kleinen Spässe des Lebens

Wie schon erwähnt, ist "Duke Nukem Forever" gespickt mit diversen unüblichen, aber durchaus witzigen Momenten, die aber mehr als nur hübsche Gameplay-Dekoration sind. So manche Aktivität (und derer gibt es viele, angefangen vom Flippern über Gewichte stemmen bis hin zum Air Hockey) belohnt den Spieler mit zusätzlicher Ego-Energie für den Protagonisten.
Auch die Sache mit dem Schrumpfstrahler ist ziemlich witzig - so darf man die Action mal aus einem ganz anderen Blickwinkel geniessen. Überhaupt ist also durchaus für Abwechslung gesorgt, was dem Spiel gut zu Gesicht steht. Natürlich gibt es einmal mehr diverse Zwischen- und Endgegner - diese enttäuschen aber zumindest teilweise, gerade in Bezug auf die mangelnde Komplexität. Hier hätte es durchaus etwas ausgefeilter zur Sache gehen können, schliesslich geht es ja um den Duke.

Ein Duke kommt selten allein

Wie es sich für Shooter heutzutage gehört, kommt natürlich auch "Duke Nukem Forever" mit entsprechenden Multiplayer-Modi daher. Dabei wird auf die üblichen Matchtypen zurückgegriffen, die man halt etwas Duke-tauglich umgestrickt hat. Das alleine spricht ja schon nicht unbedingt für eine liebevolle Beschäftigung mit dem Thema Multiplayer, dass man aber mit vergleichweise mageren 8 Spielern die Grenze des Machbaren erreicht hat, ist aber ein weniger angenehmes Problem. So wird sich der Duke sicherlich niemals als Multiplayer-Kracher etablieren können. Ganz klar: Das hätte mehr Aufwand verdient, mehr als ein Alibi-Mehrspieler ist das nämlich kaum.

Vierzehn Jahre später und noch nicht weiser

Bei "Duke Nukem Forever" handelt es sich um einen durchaus soliden Shooter - der auch jede Menge Spass macht, wenn man nicht den perfekten Titel erwartet. Das werden aber zwangsläufig viele Spieler tun, denn der Vorgänger hat damals tatsächlich neue Shooter-Standards gesetzt.
An vielen Stellen ist der Duke leider nur durchschnittlich. Das betrifft vor allem das Gameplay, das zwar zumeist absolut abwechslungsreich ist, allerdings wenig bis nichts Neues zu bieten hat. Auch die technischen Unzulänglichkeiten wie Ruckler sind absolut nicht schön anzusehen und machen das Spiel nicht immer zu einem Vergnügen. Mit rund 8 Stunden Spielzeit ist man zwar mittlerweile nicht mehr am unteren Ende der Skala, was die Spielzeit angeht, dafür bietet der eher maue Multiplayer kaum Grund, den Duke über ein Durchspielen hinaus weiterzuzocken.
Und trotz all dieser Mängel macht "Duke Nukem Forever" einen Haufen Spass. Das liegt vor allem an der dümmlich-übertriebenen Thematik und den vielen Möglichkeiten, die dem Spieler so geboten werden. Wer also mit etwas "professioneller Distanz" an das Spiel herangehen kann, der wird mit einem durchaus soliden Shooter mit abgefahrenem Umfeld belohnt. Das Warten hat nun endlich ein Ende und ein grosses Kapitel der Spielegeschichte kann endlich geschlossen werden.

Fazit zu Duke Nukem Forever
Den Spieler erwartet bei "Duke Nukem Forever" nicht ganz das Spiel, um das sich seit der ersten Ankündigung 1997 zahlreiche Sagen ranken - dafür bekommt man aber einen durchweg unterhaltsamen und zumeist mehr als soliden Shooter geboten. Das kommt aber nicht ganz ohne einen gewissen Preis - die Technik ist nicht ganz fehlerfrei und quält die Spieler zeitweise mit argen Rucklern. Ebenso wartet man vergeblich auf gänzlich neue Spielinhalte, und auch der Multiplayer-Modus läuft wohl eher unter dem Motto "Alibi" als tatsächlich einen echten Mehrwert zu bieten. Dafür - und da gibt es wenig Zweifel - entschädigt der völlig irre Humor und die kranken Kommentare Dukes (in deutscher Sprache mit der Bruce-Willis-Synchronstimme) für so einiges. Insgesamt also eine durchweg solide Vorstellung - zwar ohne viele Höhen, aber es war ja durchaus auch abzusehen, dass wir kein Spiel erhalten werden, an dem vierzehn Jahre lang mit Hochdruck gearbeitet wurde. Für Shooter-Fans mit Hang zu derbem Humor sowie alten Duke-Haudegen jedenfalls ein echter Pflichtkauf!
 
Duke Nukem Forever

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  Erschienen: 10.06.2011
  Hersteller: 2K Games
  Entwickler: Gearbox
  System: Xbox 360
  Spieler: 8
  Genre: Ego-Shooter
  USK: USK 18
  Sprache: Deutsch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: dukenukemfor...
  Preis: 52,00 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
79 %
  Sound:
88 %
  Gameplay:
83 %
  Umfang:
78 %
  Multiplayer:
74 %
  Gesamt: 80 %
 Userwertung: 
 
+
+ Enthält den original Duke!
+ abwechslungsreiches Gameplay
+ schrägster Humor
+ sehr gute deutsche Synchro
+ zumindest teilweise nette Optik...
-
- ...mit stellenweise bösen Schwächen
- häufige Ruckler
- Multiplayer-Modus arg uninspiriert
 
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Da gibt's nur Mist!
Die meisten Sachen habe ich schon
Kostet nix, kann also nicht schaden
Habe so schon einige tolle Spiele für lau bekommen
Eine rundum tolle Sache!
Da muss sich im Vergleich zu PS+ noch einiges tun
Ich hab' eh kein Xbox Live Gold


  
 

 

 
 



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