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Eat Lead – The Return of Matt Hazard
von Tom D. vom 02.04.09, 15:31 Uhr
Ein lustiger Angriff auf die Videospielgeschichte

Matt Hazard ist eine richtig harte Sau. Der Typ verkörpert den obercoolen Helden der 90er-Jahre perfekt. Am ehesten lässt sich diese glatzköpfige Figur noch mit Duke Nukem vergleichen – nur eben ohne Haare. Mit „Eat Lead – The Return of Matt Hazard“ hat es sich Vicious Cycle zur Aufgabe gemacht, die gesamte Videospielgeschichte auf die Schippe zunehmen. Egal ob Super Mario, Hitman oder Halo, jeder kriegt seine persönliche Tour durch den Kakao. Doch passt der Inhalt auch hinter der lachenden Fassade? Denn was wäre der größte Gag, wenn das Gameplay dahinter für die Tonne ist? Wir haben uns mit Matt Hazard durch die unterschiedlichsten Levels geballert, um genau das herauszufinden.
Screenshots zu Eat Lead – The Return of Matt Hazard




 
DAS KENN ICH DOCH AN JEDER ECKE

Matt Hazard ist eine freie Erfindung der Entwickler und existiert in der Realität nicht. Man braucht also keine Angst haben, man habe vielleicht einen alten Videospielehelden verpasst. Die Geschichte des glatzköpfigen Typen ist aber trotzdem interessant. Seit den 80er-Jahren kämpft sich Matt Hazard über die Spielebildschirme. Anfangs noch in purer 2D-Action tätig, kämpft er in den 90er-Jahren sogar in 3D-Gebieten. Bis dahin ist der Typ ein äußerst erfolgreicher Vertreter der Ego-Shooter-Gemeinschaft. Wer in dem gut gemachten Intro immer noch nicht Duke Nukem erkennt, der hat den ersten Angriff auf Genre-Kollegen schon mal verpasst.

Doch bei Matt Hazard ist es so wie mit den Musik-Stars. Auf einem Gebiet erfolgreich zu sein, reicht ihm auf Dauer nicht aus. Also wendet er sich vom Genre Ego-Shooter ab und wagt eine Neuproduktion: Haz-Matt Carts – Super Mario Kart lässt freundlich grüßen. Doch wie erwartet ging der Ausflug in ein anderes Genre kräftig in die Hose. Matt Hazard geht mitsamt seines Entwicklers pleite und nur ein neuer Firmenboss mag den Namen Matt Hazard noch zu retten. Das es dann doch ganz anders kommt, erfährt man in insgesamt 8 Stunden Spielzeit. So vielfältig sich die Story auch auf dem Blatt Papier liest, große Spannung will kaum aufkommen. Zwar begeistern immer wieder die Angriffe auf bekannte Gesichter der Spielebranche, doch die Story kommt über das 08/15-Niveau kaum hinaus.

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„Eat Lead – The Return of Matt Hazard“ spielt sich wie ein typischer, moderner Third-Person-Shooter. Man schaut dem Glatzkopf über die Schulter und nimmt dabei massig Gegner aufs Korn. Leider bieten die Schießereien kaum Abwechslung im Gameplay. Man betritt einen Level, sucht sich flott eine Deckung, legt alle heranstürmenden Gegner um und wandert dann zum nächsten Level. Das sich die Gegner dabei kaum einen Nobelpreis in Hirnschmalz-Gehalt holen, gibt der Tatsache kaum Positives. Die Gegner agieren immer nach demselben Schema. Sie rennen in einen Raum, suchen sich schnell Deckung und treten wie ein Uhrwerk regelmäßig hinter dieser Deckung hervor. Jeder Gegner lässt sich prinzipiell mit einem Kopfschuss erledigen, da die Bösewichte hinter ihrer Deckung immer wieder die exakte Position einnehmen.

Immerhin kann das Deckungssystem überzeugen. Hält man hinter einer Deckung die A-Taste gedrückt, kann man sich um die Deckung herumbewegen. Per Y-Taste kann man die Deckung überspringen oder Matt Hazard sucht sich automatisch die nächstliegende Deckung aus. Damit geht das Hechten von Deckung zu Deckung leicht von der Hand. Die Schusswechsel machen Spaß, wurden aber irgendwie falsch gemischt. Matt Hazard ballert auf alles, was nicht bei 3 auf dem Baum sitzt. Das Spiel setzt ganz offensichtlich auf stupides Ballern ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Der immer wieder eintretende Munitionsmangel passt da nicht so ganz. Immer wieder geht einem etwa der Nachschub für das Maschinengewehr aus. Und das will nicht so recht passen. Einerseits soll der Spieler wie Rambo durch die Levels rennen und wild drauf losballern. Auf der anderen Seite muss man aber immer darauf achten, dass man nicht plötzlich ohne Munition dasteht. Das bremst den sonst recht flüssigen Spielablauf.

Bei der Waffenauswahl gibt es wenig zu meckern. Da sich Matt Hazard durch sämtliche Genres ballert, wird Abwechslung groß geschrieben. Seine Hazard-Pistole ist da noch die Standardwaffe. Später greift sich der Kerl noch Revolver, Plasmakanone oder auch eine Wasserpistole. Aber auch normale Genre-Schießeisen wie Schrotflinte oder AK-47 warten auf ihren Einsatz. Wem das noch nicht reicht, kann seine Waffen später noch mit Extras aufrüsten. So kann Matt mit seiner Pistole zum Beispiel Eisgeschosse verschießen. Oder man ballert auf die vielen Explosiv-Gegenstände, die überall in den Levels verteilt sind.

TECHNISCH MITTELMÄßIG ABER LUSTIG

„Eat Lead – The Return of Matt Hazard“ ist von dem Wort Referenz so weit entfernt wie Duke Nukem Forever von seinem Release. Das technische Grundgerüst wirkt solide, geizt aber immer wieder mit Details. So wirkt das erste Level, übrigens eine Anspielung auf Hitman, teilweise sehr armselig. Gegenstände wirken wie aneinandergereiht und sonderbare Details sucht man mit der Lupe. Dieser Eindruck zieht sich leider durchs gesamte Spiel. Doch „Eat Lead – The Return of Matt Hazard“ zieht seinen Reiz aus einer ganz anderen Quelle. Die Optik der Levels variiert selbst innerhalb eines Abschnitts. Denn Matt Hazard befindet sich immer noch in einem Computerspiel. Gerade steht man noch japanischen Mafioso im Casino gegenüber, da wechselt der komplette Grafikstil in eine Westernstadt und Cowboys huschen durch die Gegend. Da der Levelwechsel aber nicht perfekt funktioniert hat, findet man überall noch Überreste des alten Levels. Das sind die Momente, in denen man richtig Spaß mit „Eat Lead – The Return of Matt Hazard“ hat. Ein Lob verdienen sich die Macher für das Figurendesign. Egal ob Matt Hazard, QA (ihr wisst schon, die Cortana-Schwester) oder 2D-Nazi-Soldaten. Das Spiel fährt einiges an Abwechslung auf und die Reise durch eine komplette Videospiel-Geschichte macht einfach Laune. Ganz nebenbei läuft der Spaß so gut wie immer flüssig über die Bühne.

Für die Ohren gibt es eine dynamische Mischung an Musik und Soundeffekten. Je nach Genre und Zeitalter der Levels, schwankt die Qualität der Musik stark. Ist man gerade im Kampf gegen russische Soldaten verwickelt, erinnert die Musikuntermalung verdächtig an Tomb Raider, während man in den Duke Nukem-Schusssequenzen auf typisch rockige Klänge der 90er-Jahre trifft. Das klingt zwar irgendwie billig, passt aber zur Atmosphäre. Die Synchronisation darf man als durchweg positiv bezeichnen. Die Sprecher sind mit Laune an die Arbeit gegangen und liefern einen guten Job ab. Zwar gibt es kaum bekannte Stimmen zu hören, doch das tut der guten Qualität keinen Abbruch. Zuletzt seien noch die vielen witzigen Bildschirmtexte erwähnenswert. Während der Ladezeit liest man dann so sinnvolle Texte wie: „Tipp: Kommt meistens im Zusammenhang mit topp vor!“. Ein andermal erhält der Held die Aufgabe, sämtliche Aufgaben zu erfüllen. Um die Bildnachrichten ordentlich aufs Korn zu nehmen, knallt man den Bildschirm fast bis zur Unterkante mit Aufgaben der Marke „Erreiche die Küche“ oder „Erschieße die Feinde im Casino“ voll. Am Ende wartet dann doch nur eine Aufgabe auf den Superhelden: Töte alles was sich bewegt!
Trailer zu Eat Lead – The Return of Matt Hazard
 
Fazit zu Eat Lead – The Return of Matt Hazard
„Eat Lead – The Return of Matt Hazard“ kann man auf keinen Fall als einen Pflichtkauf bezeichnen. Dafür ist das Gameplay zu eintönig, die Gegner zu dumm und die Grafik riecht zu sehr nach Mittelmaß. Das ich trotzdem Spaß mit diesen Spiel hatte, liegt an der schonungslosen Abrechnung mit der Videospielgeschichte. Es macht Spaß gegen 2D-Nazi zu kämpfen oder über die Cortana-Nachmacherin zu schmunzeln. Weiterhin wurde mir während der 8 Stunden viel Abwechslung geboten, denn die Levels wechseln ihre Optik schneller, als Matt Hazard seine Magazine. Wer auf der Suche nach einem Shooter mit Gag-Gehalt ist, wird hier sicherlich glücklich. Alle anderen sollten sich den Titel lieber erstmal anschauen.
 
Eat Lead – The Return of Matt Hazard

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  Erschienen: released
  Hersteller: D3 Publisher
  Entwickler: Vicious Cycle
  System: Xbox 360
  Spieler: 1
  Genre: Action
  USK: USK 16
  Sprache: Deutsch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Nein
  Webseite: eatleadvideo...
  Preis: 49,95 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
61 %
  Sound:
80 %
  Gameplay:
68 %
  Umfang:
74 %
  Multiplayer:
0 %
  Gesamt: 71 %
 Userwertung: 
 
+
Gutes Deckungssystem
Abwechslungsreiche Waffen zur Auswahl
Gelungene Synchronisation
Herrlich viele Anspielungen auf bekannte Spielecharaktere
Levels glänzen mit viel Abwechslung...
-
...wirken technisch aber detailarm
Die Story ist nicht mehr als 08/15
Eintöniges Gameplay
Die KI geht immer nach dem gleichen Prinzip vor
Munitionsmangel nervt auf Dauer
 
Screenshots zu Eat Lead – The Return of Matt Hazard








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