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Family Guy: Zurück ins Multiversum
von Manuel S. vom 09.12.12, 01:46 Uhr
Peter Griffin ist da!

Tagtäglich das selbe Spiel, und immer wieder ist man aufs neue gespannt, was denn heute für eine Folge kommen wird. Die Rede ist von den Simpsons, die seit einer gefühlten Ewigkeit bei Pro7 im Vorabendprogramm laufen, und man sich kaum mehr einen Tag ohne die gelbe Familie vorstellen könnte. Inzwischen treiben die allerdings nicht mehr alleine Ihr Unwesen, sondern haben reichlich Konkurrenz von Comicserien für die höheren Altersklassen bekommen. Einer davon ist Peter Griffin samt seiner Familie, die besser bekannt sind als "Family Guy". Die haben inzwischen schon Kultstatus erreicht, was Grund genug dazu ist, der Serie ein Videospiel zu spendieren. Gesagt, getan und so folgt hier der Test zu "Family Guy: zurück ins Multiversum".
Screenshots zu Family Guy: Zurück ins Multiversum




 
Wo es herkommt!

Wenn man heutzutage von Zeichentrickserien redet, ist es immer wieder überraschend, wie wenig Einige doch über diesen Bereich der Unterhaltung wissen. Früher gehörte guter Zeichentrick zum guten Ton, und gerade die ausgeprägten Vertreter aus dem Hause Disney oder Hannah Barbera sind bis heute nicht nur gern gesehen, sondern auch für den Erwachsenen ein willkommener Grund für eine kurze Zeit mal wieder Kind zu sein. So weit muss man aber nicht zurück gehen. Heute laufen tagtäglich die Simpsons, die für viele schon zum Alltag gehören. Aber daneben haben sich immer mehr hochkarätige Vertreter der Comics Ihren Rang erarbeitet und frönen heute ebenso sehr großer Beliebtheit, meistens durch Ihre Einzigartigkeit. Ob South Park, Drawn Together, American Dad oder auch Spongebob. Kult haben sie alle erreicht, und somit selbstredend auch Family Guy. Trotzdem ist es bestimmt nicht gerade einfach, eine Serie zu kreieren, die Weltweit auf Zustimmung und verhältnismäßig gute Einschaltquoten trifft.
Doch das ist den Schöpfern mit Peter Und Lois Griffin, samt Ihren Kindern Chris, Megan, Stewie und deren sprechendem Hund Brian durchaus gelungen. Zwar wurde die Produktion der Serie einmal für knapp 2 Jahre ausgesetzt, danach ging es aber mit einem noch viel größeren Erfolg weiter, und so schwappte das etwas andere Zeichentrick-Format auch zu uns herüber.


Was es ist!

Ein Erfolg wurde Family deswegen, weil es einfach so ist wie es ist. Es hebt sich von den Konkurrenten durch permanente Eigenständigkeit ab, und überzeugt den interessierten binnen Minuten von seinen Qualitäten. Naja so banal und hochgestochen ist Family Guy dann nicht, aber man kann es in etwas so für das unwissende Publikum beschreiben. Jeder der die Griffin´s kennt, weis das man das nicht so einfach in einen Satz verpacken kann. Das Leben von Peter, der in Mexiko geboren aber von irischer Abstammung ist, kann schon fast als eine Anhäufung von Absurditäten bezeichnet werden. Peter braucht kein Klischee, er ist sein eigenes. Deutlich übergewichtig, fernsehsüchtig, und mitunter auch geistig unterentwickelt, schafft er es immer wieder Probleme des normalen Alltags in den Wahnsinn zu ziehen, um daraus am Ende eine Ansammlung von Peinlichkeiten, absurden und abwegigen Momenten zu machen. Aus kleinen Problemen macht er eine Weltkriese, und zieht neben seiner Familie auch immer wieder seine besten Freunde mit in das Verderben. Alleine die Serie ist inzwischen immer für viele Lacher zu haben, und so hat sich natürlich auch mein "Family Guy" infizierter Organismus darüber gefreut, als die Ankündigung für ein passendes Videospiel kam.


Der Weg ins Multiversum!

Inzwischen ist der Titel nach 2 Verschiebungen auch endlich Realität geworden, und Activision lässt uns quasi alleine in das Verderben bzw. das Multiversum starten. Hinter dem Untertitel "Zurück ins Multiversum" versteckt sich Folge 635, die bei uns bis heute noch nicht ausgestrahlt worden ist, die man aber 1zu1 nachspielen kann. Da liegen also unsere Freunde aus den USA deutlich im Vorteil, noch zumindest, denn auch bald wird die Folge bei uns ausgestrahlt werden.

Für die Umsetzung des Spiels hat man die Original Drehbuchautoren eingesetzt die auch für Folge 635 verantwortlich waren, und auf deren Qualitäten gesetzt. Die Folge kann eigentlich genau als das beschrieben werden, was sich ein erfolgreicher Autor sein Leben lang erträumt hat. Endlich kann er seine Ideen nicht nur in eine eh schon absurde Fernsehserie einbringen, sondern gleichzeitig noch in viele alternative Universen versteckt werden. Das Multiversum ist nämlich genau das, eine Art Spielplatz für gelangweilte Autoren, die zeigen wollen wie viele verrückte Ideen tatsächlich sie wirklich auf Lager haben. Und das ist kein bisschen übertrieben.

Aber um mal weg zu kommen von der eigentlichen Serie widmen wir uns jetzt mal voll und ganz dem Spiel selbst. Die Handlung ist gänzlich einfach. Vor einiger Zeit hat Stewie seinen Erzfeind Bertram erledigt, doch der taucht mitten am Tag aus dem Nichts in Stewies Zimmer auf, worauf dieser überrascht und empört zugleich ist. Während Brian Volkommen überfordert ist mit der Situation, und Stewie Ihm erklärt dass es eben ein Multiversum gibt, schildert Bertram was er vor hat. Er will die größten Bösewichte aller Multiversen engagieren um das Universum von Stewie zu zerstören. Dazu hat er eine Fernbedienung mit der er beliebig zwischen den Universen hin- und herreisen kann. Stewie erkennt die Gefahr der Situation, und beginnt zusammen mit Haushund Brian seine Reise zurück in das Multiversum, in dem er zuvor schon einmal war, nur niemand wusste davon. Bis jetzt, und so offenbart sich binnen weniger Sekunden, dass der kleine Hosenscheißer nicht immer mit dem übertrieben hat, was er so von sich gegeben hat.


Typisch Family Guy!

Die Reise durch das Multiversum ist für normal Sterbliche die nichts damit anfangen können eine Ansammlung von Müll, den sie nicht gebrauchen können. Für den interessierte Spieler oder besser noch den Fan ist es wie eine zu Realität gewordene Wahnvorstellung. Endlich die Welt der Griffin´s nachspielen samt deren abtrünnigsten Erlebnisse, die man so in der Realität nie erleben könnte. Und die Autoren und Designer haben sich wirklich mächtig ins Zeug gelegt. Natürlich ist Family Guy gerade optische nicht ein Spiel geworden, dass man in direkte Konkurrenz gegen die Videospielgrößen stellen kann. Aber Family Guy will ja auch nicht eine Konkurrenz für einen großen Shooter sein, sondern einfach Family Guy. So läuft es insgesamt komplett außer Konkurrenz, den es gibt nun mal nur einen Peter Griffin, und der braucht keine Konkurrenz. Was er braucht ist sein Leben und das was er immer wieder daraus macht. Im Spiel steht Peter zwar nicht an allererster Steller, aber man begegnet Ihm unterwegs immer wieder, und das was er dann von sich gibt oder was er gerade macht, übertrifft alles andere bei den "normalen" Videospielen um Längen. Nackt auf einem Umzugswagen vor sich hinbrabbelnd oder vor dem zu Bett gehen in einem matschigen Butterfass herumzuspielen, das ist sein Ding. Die Sätze die er dazu ablässt, sind so trocken und typisch Peter, dass man sich das Ganze gerne mehrmals gibt. Der schwarze und eben typische Family Guy Humor versteckt sich quasi in jedem Pixel des Spiels, und ist alleine schon deswegen einen Kauf wert, wenn man denn etwas damit anfangen kann.


Technisch sehr zurückgeblieben!

Gesteuert wird das gesamte Spiel mittels dem Standard der den meisten Spielern geläufig ist. Neben zahlreichen Waffen wie Flammenwerfern, Sniper-Gewehren, Pistolen oder Strahlenkanonen hat die Familie aber auch etwas nicht ganz alltägliche Waffen im Gepäck. Windelbomben, Riesenhühner, explodierende Teddys oder brechreizerzeugende Tränke. Nichts ist zu schlecht für die Griffin´s und die geben es gerne an Ihre Feinde weiter. Die Feinde sind dabei genauso wandlungsfähig wie die Familie selbst. Von Studentenverbindungen, bei denen Sportler, deren Bräute und aber auch die eher ungewollten Studenten samt Beetles-Outfit anzutreffen sind, bekommt man es auch mit den Amisch zu tun, oder mit bekannten Charakteren aus der Serie wie z.B. dem Zwillingsbruder von Bürgermeister West. Zumindest bei dem jeweiligen Gegenüber hat man sich sowohl bei der Gestaltung als auch bei den Sätzen, die man so hört, viel Mühe gegeben.

Man merkt allerdings schnell, eigentlich schon nach den ersten Metern, dass hier so gut wie das ganze Gewicht darauf gelegt wurde, die Serie so perfekt es geht in ein Videospiel zu verwandeln. Deswegen bleiben Punkte, die auch sehr wichtig gewesen wären für ein solches Spiel, komplett beim Standard oder sogar darunter. Das Geballere ist zu jedem Zeitpunkt stupide, erinnert im entfernten an das Moohrhungeballere von früher und ist für den Spieltrieb überhaupt nicht förderlich. Daran reiht sich in direkter Verbindung das altbackene Design der Level, die sich zwar in Ihrer Art unterscheiden, aber immer wieder ähnlich aufgebaut worden sind. Von grafischer Qualität kann man dabei eh nicht sprechen, und neben den Levels selbst sind auch die Effekte nicht gerade bahnbrechend geraten, und man kommt sich technisch etwas in die Vergangenheit versetzt vor.
Klar würde man meinen, dass doch so etwas einem Spiel wie Family Guy nichts ausmacht, aber es ist nun mal ein Spiel, und das will ich auch spielen, und nicht immer wieder über steinalte Optiken und ein Uraltgeballere stolpern. Es müsste ja kein vorbildlicher Third-Person Shooter sein, aber etwas mehr Mut und vor allem Wille in ein passendes Kostüm samt der dazugehörigen Gestik wäre schon mal nicht schlecht gewesen.


Einfach nur krank!

Davon ab überzeugen nicht nur die wahnwitzigen und völlig irrsinnigen Ideen, die von Entwickler Heavy Iron 1zu1 umgesetzt worden sind, sondern gerade auch der Originalsoundtrack und natürlich die wunderbar synchronisierten Originalcharaktere. Was gibt es denn bitte schöneres, als mit den Originalstimmen der Figuren durch das Multiversum zu rennen, und das dann sogar noch in der englischen Besetzung. So schlecht die spielerische Umsetzung gelungen ist, so perfekt wurde die Seele der Serie in das Spiel portiert. Jeder, aber wirklich jeder und auch wenn noch so kleine Charakter, hat die Stimme mit der man Ihn schon immer in Verbindung gebracht hat. Und gerade wenn einer der Griffin´s einen staubtrockenen, englischen Satz reißt, der erst nach etwas Zeit so richtig zündet, herausbrüllt, dann ist der Moment einfach nur noch perfekt. Oder wie es Stewie sagen würde, als er eine Marihuana-Plantage abfackelt: "Oh, the Amisch like to Party, ha?!"
Fazit zu Family Guy: Zurück ins Multiversum
Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, müsste man sich fragen, was man eigentlich von einem Spiel zu "Family Guy" erwartet. Dann ist die Antwort eigentlich ganz schnell gefunden. Man erwartet die Serie zum spielen, nicht mehr und nicht weniger. Und genau diesen Punkt haben auch die Entwickler und Publisher Activision vertreten. Die Seele von den Griffin´s muss aus dem Fernseh in die Konsole wandern. Peter Griffin und sein geniales wie unglaublich krankes Universum sind bei den Videospielen angekommen, und so kann man endlich die Erlebnisse selbst mitmachen, die in der Serie schon für so viele grölende Fans gesorgt haben. Family Guy: Zurück ins Multiversum ist genau so politisch inkorrekt, intolerant, absurd und geisteskrank wie die Zeichentrickserie selbst. Man nimmt sich selbst und die Welt da draußen erst recht nicht ernst, und so ist für Fans ein Paradies entstanden, das jeder mitgemacht haben muss. Auf der spielerischen Seite stehen starke Negativpukte im Raum, wie veraltete Grafik, monotones Gameplay, kaum vorhandene Abwechslung im Design und sich immer widerholende Abläufe. Das interessiert aber nur den objektiven Betracht, jeder der mit dem Begriff Family Guy etwas anfangen kann, holt sich das teil einfach. Da wird nicht lange überlegt, sondern mitgelacht! Ich höre nicht umsonst seit Tagen diese Peter Griffin Lache!
 
Family Guy: Zurück ins Multiversum

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  Erschienen: Released
  Hersteller: Activision
  Entwickler: Heavy Iron
  System: Xbox 360
  Spieler: 2
  Genre: Action
  USK: USK 16
  Sprache: Englisch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: fox.com
  Preis: 49,99 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
62 %
  Sound:
80 %
  Gameplay:
65 %
  Umfang:
75 %
  Multiplayer:
70 %
  Gesamt: 70 %
 Userwertung: 
 
+
- Originale Besetzung in englisch
- Wahnwitz und Absurditäten in Perfektion
- Trockener, schwarzer Family Guy Humor
- Toller Soundtrack
- Abgedrehte Waffen
- Alle dabei (Quagmire, Cleveland usw.)
-
- Spielerisch nicht viel Abwechslung
- Monotones Dauergeballere
- Technisch sehr schwach
- Sammelaufgaben sehr langwierig und aufgesetzt
- Lange Ladezeiten
 
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Da gibt's nur Mist!
Die meisten Sachen habe ich schon
Kostet nix, kann also nicht schaden
Habe so schon einige tolle Spiele für lau bekommen
Eine rundum tolle Sache!
Da muss sich im Vergleich zu PS+ noch einiges tun
Ich hab' eh kein Xbox Live Gold


  
 

 

 
 



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