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Metal Gear Solid HD Collection
von Kevin vom 11.02.12, 22:21 Uhr
Bei uns im Test

Eine der im Westen zweifelsohne beliebtesten japanischen Spielereihen ist sicherlich die „Metal Gear“-Serie. Schon seit knapp 25 Jahren besteht der Held Solid Snake (der dem Vorbild „Snake Plissken“ aus „Die Klapperschlange“ nachempfunden ist) die wildesten Abenteuer. Doch am Massentauglichsten waren sicherlich die „Metal Gear Solid“-Ableger, und ein Teil dieser ist jetzt als „Metal Gear Solid HD Collection“ erschienen. Häufig ist es ja so, dass HD-Remakes eher von durchwachsener Qualität sind. Ob das bei der vorliegenden Kollektion auch so ist? Lest unseren Test!
Screenshots zu Metal Gear Solid HD Collection




 
Unvollständige Sammlung

Ein Wermutstropfen gleich vorweg: So richtig komplett ist die „Metal Gear Solid HD Collection“ leider nicht. So sind zwar im Rahmen von „Metal Gear Solid 3: Snake Eater“ sogar die beiden 8bit-Klassiker „Metal Gear“ sowie „Metal Gear 2: Solid Snake“ enthalten, der 1998er Solid-Erstling „Metal Gear Solid“ fehlt allerdings. Damit bleibt es, streng ausgedrückt, bei den Teilen zwei und drei, sowie Peace Walker, was bei dem recht günstigen Kaufpreis aber kein ernsthaftes Problem darstellen dürfte.
In dieser Form bietet sich für so manchen Spieler die erste Gelegenheit, diesen Teil der Videospielgeschichte in sich aufzunehmen - schliesslich gab es die Spiele längst nicht für alle gängigen Plattformen. Trotz Kritik wegen des fehlenden ersten Teils sei schon einmal vorweggenommen: Vom Umfang her bekommt man eine nahezu konkurrenzlose Menge an Material geboten.

Söhne der Freiheit

Der erste im Bunde ist eigentlich der zweite: „Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty“ erschien 2001, nimmt aber handlungstechnisch einen deutlich späteren Zeitrahmen ein. Während die echten „Sons of Liberty" in der amerikanischen Geschichte einen durchaus positiven Charakter innehaben, sind die Freiheitssöhne aus „Metal Gear Solid 2“ eine terroristische Vereinigung. Es scheint so, als sei niemand geringeres als Solid Snake höchstpersönlich der Anführer der Gruppe - doch der sollte eigentlich längst tot sein. Zahlreiche Verstrickungen machen die Handlung zu einem interessanten Rahmen mit diversen Twists und unerwarteten Kanten.

Der Schlangenmampfer

Ausserdem mit von der Partie ist „Metal Gear Solid 3: Snake Eater“. Das Spiel erschien 2004 für die Playstation 2, insofern also echtes Neuland für Microsoft-Fans. Die Handlung orientiert sich dieses Mal am Kalten Krieg: Ein russischer Wissenschaftler möchte überlaufen und will dementsprechend aus dem Feindgebiet extrahiert werden. Das findet aber vor allem der russische Militärgeheimdienst nicht akzeptabel und kommt der Operation in die Quere. Auch hier darf man sich auf eine vergleichsweise komplexe Story freuen - und wie eingangs bereits erwähnt ausserdem auf die beiden 8bit-Klassiker, die einen Einblick in die Geschichte von „Metal Gear“ bieten. Zusätzlich hat man diesem Teil auch noch einen technischen Fortschritt spendiert - doch dazu gleich mehr.

Friede auf Erden

Letzter Vertreter der „Metal Gear Solid HD Collection“ ist „Metal Gear Solid: Peace Walker“, das ausschliesslich für die Sony PSP erschienen ist und somit selbst Playstation-Veteranen noch frisches Futter bieten könnte. Dieser Ableger ist sogar vergleichsweise frisch - erschien das Spiel doch erst vor knapp zwei Jahren. Die Handlung spielt zehn Jahre nach „Metal Gear Solid 3: Snake Eater“ in Costa Rica. Wieder einmal ist es eine militante Gruppe, die stänkert - und da es in Costa Rica laut Verfassung kein offizielles Militär geben darf (das entspricht im Übrigen der Realität), muss Snake mit seiner Söldnereinheit ran. Hoher Druck lastet auf unserem Helden - hängt doch das Verhältnis Ost-West von seinem Erfolg ab.

Neuanstrich

Eine Frage brennt jetzt zuerst auf den Nägeln: Darf man bei den Neuauflagen echte Wunder erwarten? Die Antwort lautet, wie bei praktisch jedem anderen HD-Remake auch: Nein. Nicht nur optisch, auch spielerisch merkt man gerade den beiden älteren Vertretern die Betagtheit definitiv an. Zwar hat man durchaus dafür gesorgt, dass hochauflösendere Texturen zum Einsatz kommen, das hilft bei 3D-Objekten mit extrem niedriger Polygonzahl aber leider nur eingeschränkt weiter. Immerhin hat man den Aufwand betrieben, den Spielen das heute durchaus als gängig bezeichnete 16:9-Breitbildformat korrekt beizubringrn - so bleiben dem Käufer wenigstens hässliche Balken an den Rändern des Bildschirms erspart. Ebenso hat man an der Framerate geschraubt - so flüssig war das früher nämlich nicht.
Dass man sich nicht an der spielerischen Seite vergriffem hat, leuchtet wohl jedem ein. Zudem macht das ja auch einen gewissen Stil dieser HD-Remakes aus - quasi eine Geschichtsstunde, die man gratis zum Spiel erhält. Dieser Eindruck wird durch die beiden MSX-Klassiker „Metal Gear“ und „Metal Gear 2“ noch verstärkt.
Was hingegen eine wirklich sinnvolle Neuerung ist, ist die Tatsache, dass man bei „Metal Gear Solid 3: Snake Eater“ nicht mehr auf eine fixe Kameraperspektive angewiesen ist. Stattdessen hat man die Möglichkeit, wesentlich flexibler seine Umgebung wahrzunehmen dank drehbarer Kamera. Eine solche Funktion hat man dem Vorgänger beispielsweise nicht spendiert - über die Grunde kann man da nur spekulieren. Auch der Peace Walker erhielt eine Art Steuerungs-Upgrade - besitzt die PSP doch nur einen Analogstick.

Der Riese von Japan

Wie bereits erwähnt, ist der Gesamtumfang der „Metal Gear Solid HD Collection“ riesig. Jeder der drei Hauptvertreter ist schon für sich gross genug, um die meisten aktuellen Vollpreistitel verblassen zu lassen, in der Gesamtheit aber - und da man die beiden MSX-Klassiker noch obendrauf gepackt hat - erreicht man schlussendlich einen gigantischen Spielumfang. Das in Kombination mit einem Verkaufspreis von rund 35 Euro - da kann man durchaus über das eine oder andere Ärgernis hinwegsehen.

Und für Neulinge?

Es ist - trotz aller positiven Aspekte - etwas schwierig, „Metal Gear Solid HD Collection“ jeder Spielergruppe gleichermassen zu empfehlen. Gerade die Spieler, die von der Serie praktisch zum ersten Mal hören, könnten sich unter Umständen von der teilweise mehr oder minder stark ergrauten Spielmechanik abgeschreckt fühlen. Auch die Steuerung macht es den Spielern nicht leicht - zwar reagiert diese, wie sie soll, man bleibt aber gerne mal an Objekten kleben und generell ist die Steuerung viel komplizierter als nötig. Es hat keinen Wert, die Leute darüber hinwegzutäuschen: Es hat sich in den vergangenen fünf bis zehn Jahren eben so einiges in Sachen Spieldesign getan. Auch die Tatsache, dass man durchaus Sitzfleisch beweisen muss, da die Spiele allesamt recht dialoglastig sind, mag so manchen stören. Das ist aber eine japanische Eigenheit, die zu der Spielreihe einfach dazugehört.

Tolle Sammlung

Insgesamt hinterlässt die „Metal Gear Solid HD Collection“ einen fast durchweg positiven Eindruck. Klar, wer hätte es sich nicht gewünscht, dass auch der erste Teil mit enthalten wäre, und so manches Mal wird man sich über das Gameplay ärgern, das teilweise nicht besonders gut gealtert ist. Aber in der Gesamtheit erhält man hier für wirklich kleines Geld viele Stunden Spielspass. Wer also die Kojima-Klassiker kennenlernen oder diese nach all den Jahren mal wieder unter die Fuchtel bekommen möchte, macht mit der „Metal Gear Solid HD Collection“ aber auch gar nichts falsch.

Fazit zu Metal Gear Solid HD Collection
Nach all diesen Jahren erhält man endlich wieder die Gelegenheit, einen Teil der Klassiker aus der „Metal Gear Solid“-Reihe zu spielen - und zwar mit mehr oder weniger aufpolierter Grafik. Dazu gibt es auch noch die zwei Erstlinge aus den seligen 8bit-Tagen - wie man sehen kann, ist vor allem in Hinsicht auf das Preis-/Leistungsverhältnis jede Menge geboten. Die Spiele selbst machen im direkten Vergleich mit heutiger Technik unterschiedlich viel her - aber dafür liegt allen Spielen eine spannende Story zugrunde, die sich vor den Handlungen aktueller Titel nicht zu verstecken brauchen. Unter dem Strich bekommt man für sein Geld derartig viel geboten, dass man über die meisten Mängel wirklich geflissentlich hinwegsehen kann - so gut legt man Geld selten an!
 
Metal Gear Solid HD Collection

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  Erschienen: 03.02.2012
  Hersteller: Konami
  Entwickler: Kojima Productions
  System: Xbox 360
  Spieler: 2
  Genre: Action
  USK: USK 16
  Sprache: Englisch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Nein
  Webseite: de.games.kon...
  Preis: 39,99 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
77 %
  Sound:
86 %
  Gameplay:
81 %
  Umfang:
95 %
  Multiplayer:
76 %
  Gesamt: 83 %
 Userwertung: 
 
+
+ riesiger Spielumfang
+ inkl. „Metal Gear“ und „Metal Gear 2“
+ korrekte 16:9-Unterstützung
+ Stories noch immer sehr spannend und komplex
+ teilweise ordentliche Verbesserungen...
-
- ...aber nicht in allen Bestandteilen der Sammlung
- teilweise sehr schlecht gealterte Spielmechanik
- Steuerung nicht frei von jeden Zweifeln
- der Erstling fehlt
 
Screenshots zu Metal Gear Solid HD Collection






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