Reviews - NBA 2K13  Bookmark and Share
NBA 2K13
von Manuel S. vom 27.11.12, 19:31 Uhr
So gut wie eh und je?!

Wenn man nach Jahren gewollter Abstinenz mal wieder zu einem Sportspiel greift, das in den bisherigen Ablegern einen Award nach dem anderen einheimsen konnte, erwartet man eigentlich das perfekteste Spiel das es derzeit für diesen Sport gibt. So war es zumindest bisher bei der NBA 2K Serie von Take Two. Mit jedem Jahr wurde das Spiel besser und besser, und mit der 2012er Ausgabe war der gefühlte Höhepunkt erreicht. Warum? Weil 2K13 im Vergleich herbe Enttäuschungen mit sich bringt, auf die wir näher im dazugehörigen Test eingehen.
Screenshots zu NBA 2K13

 
Mit Jay-Z, ohne Innovationen!

Eigentlich hätte es Take Two im Bereich der Sportspiele, genauer der Basketball-Versoftungen, geradezu perfekt. EA hat vor einiger zeit das Handtuch geworfen, und ob jemals wieder ein neuer NBA Titel von EA Sports erscheinen wird, ist nach wie vor unklar. Zwar wird immer wieder ein angebliches NBA Elite ins Gespräch gebracht, etwas handfestes dazu gab es aber bis heute nicht.
So konnte sich Take Two bisher voll und ganz darauf konzentrieren, mit jedem Jahr einen noch besseren Ableger der allseits so beliebten 2K Basketballspiele herauszubringen. Gerade in den letzten 2 Jahren haben die Spiele vor Innovationen nur so gestrotzt.

Für das aktuelle Jahr hat man sich wieder etwas neues ausgedacht, und Hip-Hop und Rap Superstar Jay-Z als Executive Producer mit ins Boot geholt. Er ist unter anderem für einige Designelemente, sowie für das ganze Menu und den Soundtrack verantwortlich.
An großen Veränderungen soll es das dann aber gewesen sein. Im Verhältnis zu den beiden letzten Ablegern sind gerade die spielerischen Aspekte deutlich geringer ausgefallen. Klar sind viele Dinge besser und anders gemacht worden, aber solche großen Schritte wie bis jetzt kann man nicht mehr machen. Wie sollte das auch gehen, gerade da NBA 2K12 als perfektes Basketballspiel eingestuft worden ist. So hat man sich eben kleineren "Verschlimmbesserungen" angenommen, und das Spiel vielleicht aus den Augen der Entwickler besser gemacht, für einen Fan der Serie ist der erste Eindruck allerdings alles andere als schön.


Keine großen Sprünge!

Was direkt auffällt, ist der bekannte Legenden-Modus, denn gibt es einfach nicht mehr. Scheinbar wurde er grundlos gestrichen, und selbst bis jetzt ist noch nicht einmal bekannt gegeben, weshalb man diesen Schritt gegangen ist.
Trotzdem hat man sich dem gesamten Spiel angenommen, und es an allen Ecken verbessert, und bietet somit ein weiteres Mal in Sachen Komplexität das perfekte Werk für Fans aber auch für Neueinsteiger.
Erstere dürften sich allerdings etwas aufregen, da es zum Vorgänger quasi so gut wie keine Veränderungen gibt, außer im Detail. Spielerisch merkt man so gut wie nichts davon, dass man eine aktuellere Ausgabe in der Konsole hat. Die Unterschiede kann man zwar als kleinen Frühling bezeichnen, aber mehr kann man auch nicht erwarten.
Ableger anderer Sportarten wie z.B. FIFA oder PES machen es da genauso, und bringen jedes Jahr neue Glücksgefühle, aber enorme Sprünge sind bei den inzwischen erreichten Qualitäten einfach nicht mehr machbar.


Was dann?!

Wenn man also schon an der Qualität nichts ändern kann, dann zumindest am Umfang und an den angebotenen Modi. Neu dabei ist der Association-Modus, der es dem Spieler ermöglicht, als Manager, Trainer und Spieler die Geschicke eines lizenzierten NBA-Teams über einen längeren Zeitraum zu leiten. Daneben natürlich noch Saison-Modus, Playoff-Modus und Minispiele, von denen vor allem der 3er-Shootout und Streetball hervorheben muss. Auch Online gibt es wieder unendliche Möglichkeiten um sich auszutoben, und wer es etwas ruhiger möchte, greift zum vielversprechenden Karrieremodus.
Genau der ermöglicht, dass man einen Spieler vom kleinen Noname bis hin zu großen Bastkeballstar begleiten kann. Inklusive aller Höhen und Tiefen, und alle den Punkten die für eine Profikarriere wichtig sind.

Gewinner werden auf jeden Fall diejenigen sein, die nicht den Vorgänger besitzen, und somit auch nicht mitbekommen, dass sich Ausgabe 2013 kaum vom 2012er unterscheidet. Zwar gibt es jetzt eine eigene Ingame-Währung, die man auch durch spielen der Minigames verdienen kann, neue Modi sind aber Mangelware. Genau das dürfte eigentlich jedem auffallen, der sich jedes Jahr den aktuellen Ableger nach Hause holt. Die Unterschiede zum Vorjahr sind spürbar gering, und verdeutlichen nochmals das bereits vorher angesprochene Problem.


Punktgenaue Steuerung!

Immerhin haben sich die Entwickler Gedanken zur an sich eh schon genialen Steuerung gemacht. Diese wird zwar nur geringfügig weiterentwickelt, dafür aber an den genau richtigen Stellen. Der rechte Analogstick war bereits im Vorgänger der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Angriffs, weil er zur Ausführung verschiedener Würfe genutzt werden konnte. In NBA 2K13 wird seine Funktionalität nochmals erweitert.
Würfe löst man nun durch Drücken einer Schultertaste und die Bedienung des rechten Analogsticks aus. Ansonsten ist der Knüppel für allerlei andere Dinge und vor allem für das Dribbeln zu gebrauchen. Das sorgt nach einiger Eingewöhnungszeit dafür, dass man sich trickreich durch die Gegnerreihen mogelt und gleichzeitig die feinsten Würfe und Antäuschmanöver aus dem Hut zaubern kann, ohne sich die Finger zu brechen. Durch diese kleine Weiterentwicklung gewinnt das Spielgeschehen weiter an Fahrt und macht noch mal mehr Spaß, ohne dabei an Realismus zu verlieren. Die etwas aufpolierte künstliche Intelligenz sorgt zudem dafür, dass die intuitivere Bedienung nicht in der völligen Demontage der Gegner mündet. Gerade die Verteidiger stellen sich schwachen Pässen konsequent in den Weg und werden auch des (meist erfolgreichen) Blockens nicht müde. Ist man zu verspielt, wird der Ball außerdem ganz schnell gestohlen und noch schneller im eigenen Korb untergebracht.


Weniger Umfang, Soundtrack Geschmackssache!

Spielerisch hat sich trotzdem relativ wenig getan und auch der Umfang wurde eher geschmälert, als erweitert. Ein kleines Schmankerl ist das Promi-Team, das neben eher unbekannten amerikanischen B- und C-Stars vor allem durch die Anwesenheit von Justin Bieber glänzt. Das Team hat eine Mannschaftsstärke von 97 und dürfte damit von keinem NBA-Team an die Wand gespielt werden. Ein netter Gag. Gleiches werden diejenigen unter uns über den Soundtrack sagen, die mit Hip-Hop überhaupt nichts anfangen können. Da Multitalent Jay-Z dieses Jahr als ausführender Produzent an Bord ist, spürt man seinen Musikgeschmack im ganzen Spiel. Das heißt, dass vor allem Rapmusik gespielt wird und nur selten andere Genres zur Geltung kommen. Trotzdem wird die Präsentation durch seine Mitarbeit weiter verbessert und wer Hip-Hop mag, wird den Soundtrack sowieso lieben. Um aber nicht schon nach sehr kurzer Spielzeit von seiner Songauswahl tierisch genervt zu werden, empfiehlt es sich bereits beim Spielstart in den Optionen die Musiklautstärke deutlich nach unten zu schrauben. Im Trainingsmodus ist es sogar so, dass die Musik alle anderen Geräusche übertüncht. Kein Quietschen der Schuhe, kein Dribbelgeräusch, kein Stöhnen des Spielers, einfach nichts außer viel zu lauter Musik, die bei nicht Hip-Hop Fans schnell auf taube Ohren stoßen dürfte.

Spieler, die der englischen Sprache mächtig sind, werden sich außerdem am Kommentatorenduo ergötzen können, dessen Sprüche zwar nicht alle neu, dafür immer wieder informativ und unterhaltsam sind. Sie erzählen Geschichten zum Werdegang und Background einzelner Spielern, Details zum Saisonverlauf und viele, viele andere interessante Fakten. Da können sich unsere lausigen und uninspirierten Fussballkommentatoren von Pro Evolution Soccer und FIFA mal eine richtig dicke Scheibe von abschneiden.


Schick, aber nicht richtig schick!

Das gilt übrigens auch für die optische Umsetzung. 'NBA 2K13' sieht einfach hervorragend aus, gleich wenn es sich nur wenig vom ebenso genialen Vorgänger unterscheidet. Die Bewegungsabläufe sind ein Traum und genauso realistisch, wie die Nachbildung der NBA-Stars. Dennoch gibt es auch hier Verbesserungsbedarf. Während in den Vorgängern der Boden schön gespiegelt hat, die Spieler bis ins letzte Detail umgesetzt worden sind, und die Stadien wahre Prachttempel der Grafik waren, gingen die Versuche es im 2013er noch besser zu machen, deutlich nach hinten los. Man hat versucht es besser zu machen, aber man verschlechterte die Grafik im Vergleich zu von beiden Vorgängern in gewissen Punkten.
Dennoch ist es nach wie vor große Kino das man serviert bekommt, und gerade die Party die in den Stadien bei den Spielen abgeht, ist kolossal. Kein anderes Sportspiel schafft es, so perfekt eine künstliche Stimmung zu kreieren, und obendrein noch mit schick animierten Publikum. Da weis man oft nicht, wo man seine Augen zuerst haben soll.
Fazit zu NBA 2K13
NBA 2K13 ist leider, aber das muss so gesagt werden, im Vergleich zu den letzten Ablegern, das schlechtere Spiel. Es gibt zwar viele Verbesserungen, die eher im Detail ausgefallen sind, aber gerade Dinge die man nicht hätte verbessern müssen oder sogar komplett gestrichen hat, hinterlassen einen herben Beigeschmack. Auch wenn grafisch wirklich viel aufgefahren worden ist, und man spürbar am Limit angekommen ist, wären einige Verhübschungen einfach nicht nötig gewesen. Ähnlich verhält es sich mit dem Soundtrack. Es ist zwar wirklich klasse, dass man gerade Jay-Z, den CEO of Hip-Hop dafür gewinnen konnte, wer aber nichts mit seiner Musikauswahl anfangen kann, bekommt schon nach den ersten Minuten die Pocken. Pluspunkte sammelt man dagegen erneut mit dem enormen Umfang, der tollen Präsentation, dem Mittendringefühl und der absolut präzisen Steuerung. Neulinge werden aber mit dem nach wie vor happigen Schwierigkeitsgrad zu Beginn Ihre Probleme haben, aber mit der Zeit arbeitet man sich in das Spiel ein, und nach einigen Trainingseinheiten, kennt man dann auch alle Kniffe, um gegen egal welche Gegner gewinnen zu können, um dann endlich NBA 2K13 in seiner vollen Pracht genießen zu können.
 
NBA 2K13

Bestellen @ amazon.de


  Erschienen: Released
  Hersteller: 2K Games
  Entwickler: 2K Games
  System: Xbox 360
  Spieler: 2
  Genre: Sport
  USK: Ohne Altersangabe
  Sprache: Englisch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: 2ksports.com
  Preis: 45,73 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
88 %
  Sound:
86 %
  Gameplay:
84 %
  Umfang:
82 %
  Multiplayer:
80 %
  Gesamt: 84 %
 Userwertung: 
 
+
- Tolle Präsentation
- Realistische Spieler samt Bewegungen
- Kolossale Stimmung während den Spielen
- Umfangreiche Trainingsmöglichkeiten
- Schick animiertes Publikum
-
- Viele Verschlimmbesserungen
- Soundtrack nur etwas für Fans
- Gegner-KI stellenweise echt happig
- Keine Revolution
 
Screenshots zu NBA 2K13

Komplette Screenshot-Gallery öffnen

 
Kommentare zu NBA 2K13
Information:
Zu diesem Eintrag befinden sich noch keine Kommentare im System.

Einen Kommentar schreiben
 

 





Passwort vergessen?

 


 
 




Welche Plattform nutzt Ihr derzeit bevorzugt zum Zocken?


Xbox360
Playstation 3
Xbox One
Playstation 4
PC
Wii/Wii U
PSP/PS Vita/3DS
Smartphone/Tablet
Altes 8-/16-/32-bit-Gerödel
Sonstiges


  
 

 




xbox-newz.de ist Partner von Fantastic Zero und unterliegt als Bestandteil des Gesamtangebots der Prüfung durch die IVW.
0.282442