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Reviews - NeverDead
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NeverDead
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von Kevin vom 06.02.12, 21:54 Uhr
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Bei uns im Test
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Aus den unterschiedlichsten Gründen steht die Menschheit darauf, sich gelegentlich zu gruseln. In der Vergangenheit lief das über die Literatur, später dann über Filme und in den letzten Jahren werden auch entsprechende Videospiele immer wieder gern genommen. Dazu passend gibt es auch 2012 wieder Genrevertreter, und einer davon lauscht auf den Namen „NeverDead“. Verantwortlich zeichnet sich Rebellion Developments unter der Federführung von Shinta Nojiri. Dieser arbeitete bekanntermassen bereits an der „Metal Gear“-Reihe mit, was ja durchaus hohe Erwartungen steckt. Unser Test zeigt, ob wir einen Gruselknaller vor uns haben, oder doch eher lauwarme Schockerkost.
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Der Antiheld
In „NeverDead“ übernimmt man nicht etwa die Rolle eines Helden in strahlender Rüstung - stattdessen ist ein extrem miesepetriger Dämonenjäger angesagt. Doch auch dieser war nicht immer so ein Kotzbrocken: Vor guten fünfhundert Jahren ging unser Held, der übrigens auf den Namen Bryce Boltzmann hört, zusammen mit seiner Frau auf Dämonenfang - da drängen sich Ähnlichkeiten zu Dog dem Bounty Hunter doch geradezu auf. Doch die traute Zweisamkeit hat ein Ende, als seine Hold ihr Leben verliert. Als wäre das nicht genug, straft ihn der Oberstinkstiefel Astaroth mit Unsterblichkeit.
Aus genau diesem Grund ist er auch nach besagten fünfhundert Jahren damit beschäftigt, Dämonen hinterherzuhecheln - aber sein eigentliches Ziel ist es, Astaroth rachetechnisch auf die Finger zu hauen. Zusammen mit seiner recht ansehnlichen Kollegin Arcadia von der NADA (National Anti Demon Agency) macht man sich jetzt auf den Weg, das Unrecht zu beheben.
Raue Sitten
Vom Spielprinzip her ist „NeverDead“ in erster Linie ein Third-Person-Shooter. Daran ist sicherlich nichts aussergewöhnlich, aber dieses Konzept geht ja häufig auf, wie „Gears of War“ und Konsorten zeigen. Auch im vorliegenden Spiel muss der actionverwöhnte Zocker nicht auf die üblichen Schiesseisen verzichten - trotz des „exotischen“ Settings. Etwas Abwechslung schafft hier das ebenfalls vorhandene Schwert, das unser Protagonist stets mit sich führt. So hat man - zumindest in der Theorie - für jede Situation das passende Mittel zur Selbstverteidigung parat.
„Verteidigung, wofür? Ich dachte, der Typ ist unsterblich?“ - so ist es auch, aber das bedeutet ja nicht automatisch, dass er auch unverletzlich ist. Tatsächlich ist es nämlich so, dass Boltzmanns Bryce mit schöner Regelmässigkeit in Bedrängnis gerät. Dann nämlich, wenn ihm die Dämonenbrut die Körperteile abtrennt und entführt. Während man sich mit einem Arm noch bestens zur Wehr setzen kann, sieht die Sache nicht mehr so prickelnd aus, wenn... nur noch der Kopf übrig ist. Ja richtig, bei „NeverDead“ rollt man auch als Kopf durch die Gegend, was gelegentlich auch als eine Art Puzzle-Element genutzt wird, um schwer zugängliche Bereiche betretem beziehungsweise berollen zu können. Sammelt man die verlorenen Körperteile wieder ein, kann man diese auch wieder zum Einsatz bringen. Alternativ darf man sich auch neue wachsen lassen, was allerdings Energie kostet. Spätestens hier büsst „Neverdead“ einiges an Ernsthaftigkeit ein.
Schutzengel
Auch wenn man dank Unsterblichkeit und Wiederaufsammeln der abgetrennten Gliedmassen vergleichsweise relaxed durch die Gegend marschiert, so bedeutet das nicht gleichzeitig, dass man nicht aufpassen muss. Man erinnere sich: Boltzmann ist nicht alleine unterwegs, und seine Begleitung Arcadia ist alles andere als unsterblich. Sobald die Trulla das Zeitliche segnet, ist es vorbei mit dem Spass - Game Over. Aus diesem Grund dominiert das Aufpassen und Wiederbeleben der Begleiterin das Spielgeschehen - zumal sich ihre KI stellenweise reichlich dümmlich anstellt.
Glücklicherweise erhält man durch Upgrades diverse Möglichkeiten, seine Fähigkeiten zu erweitern - und zwar flexibel. So kann man beispielsweise zweihändig Ballern, wenn man von zahlreichen schwachen Gegnern überfallen wird, oder eben Schwertkampf-Upgrades nutzen, um einzelne mächtige Gegner in Schach zu halten. Das sollte wohl das Gameplay dynamischer gestalten - gelungen ist dies aber nur eingeschränkt.
Darstellungsfragen
Prinzipiell gäbe es wenig Anlass, sich über die darstellerischen Qualitäten von „NeverDead“ auszulassen. Zwar haben wir es technisch nicht unbedingt mit einem neuen Meilenstein zu tun, aber schlecht sieht das Spiel deswegen absolut nicht aus. Hier liegt der Teufel aber mal wieder im Detail. So ist etwa die Kamera fast ständig in Bewegung, um sowohl Spieler als auch die ganze Action auf dem Bildschirm zu erfassen - und genau das geht so manches Mal ordentlich in die Hose. Zudem wirkt die als dynamisch angedachte Kamera eher hektisch als alles andere.
Schlimmer als das wiegt allerdings die Tatsache, dass die Engine durchaus den ein oder anderen Bug nicht verbergen kann - Ruckler, aufpoppende Grafik-Elemente und dergleichen mehr gehören leider zur Tagesordnung.
Deutlich besser sieht es da schon bei der Beschallung aus: Die Soundeffekte gehen ohnehin in Ordnung, die positive Überraschung steckt allerdings im Soundtrack, für den niemand geringeres als die Thrash-Metal-Legende Megadeth verantwortlich ist. Man mag sich zwar vorzüglich über Geschmack streiten können, dass die Musiker um Dave Mustaine aber extrem hohes Niveau beweisen, zeigt schon die Tatsache, dass die Band fast 30 Jahre im Geschäft ist. Abschliessend gibt es noch eine überdurchschnittlich gute, allerdings englische, Sprachausgabe. Zumindest die Ohren werden also vergleichsweise verwöhnt von „NeverDead“.
Massenware?
Sieht man von den technischen Schwächen ab, erscheint „NeverDead“ zunächst interessant und unterhaltsam. Doch nach einer Weile fällt auf, dass das Spiel leider nur wenig Neues bietet und das Spielgeschehen doch recht repetetiv ist. Da fehlen einfach die Höhen, die Besonderheiten, die ein wirklich gutes Spiel auszeichnen. Dass die recht einfache und durchschaubare Beziehung zwischen den Charakteren daran mitschuldig ist, mag für den einen Spieler mehr und für den anderen weniger problematisch sein. Zweifelsohne ist es aber so, dass die Story von „NeverDead“ kaum überrascht oder begeistert.
So sind die kaum zehn Stunden Spielzeit ausgefüllt mit jeder Menge Einheitsbrei und viele unschöne Elemente wie endlos auftauchende Gegner laden nicht gerade dazu ein, die Umgebung in Ruhe zu erkunden. Auch macht der Multiplayer-Modus mit den MP-Herausforderungen eher einen Alibi-artigen Eindruck. Immerhin gibt es die Möglichkeit, kooperativ wie auch kompetetiv ans Werk zu schreiten - den Status „legendär“ erreicht „NeverDead“ aber auch hier nicht.
Knapp vorbei ist auch daneben
Insgesamt ist „NeverDead“ also höchst durchschnittlich. Gefallen mag man am derben, teilweise aber auch flachen Humor finden - neue Höhepunkte in Sachen Niveau werden hier aber wohl kaum erreicht. Einmal mehr gilt dieses Mal: „Wo viel Licht, da viel Schatten“, auch wenn diese Schatten etwas dunkler sind als sonst.
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So schade es auch ist: „NeverDead“ bietet trotz schwarzem Humor und teilweise witzigen Ideen nur durchschnittlich. Die Bugs in der Grafik-Engine nerven sehr, und auch die Tatsache, dass eine Spannungskurve in Handlung und Gameplay praktisch gänzlich fehlt, spricht nicht gerade für das neueste Machwerk aus dem Hause Rebellion Developments. Was bleibt, ist ein halbwegs akzeptables Spiel, das man ab einem gewissen Punkt einfach nur noch durchprügelt, um damit fertig zu sein - und das kann ja kaum Sinn und Zweck eines Videospiels sein, für das man sauer verdientes Geld auf den Tisch legt. Wieder einmal mangelt es an Finesse im Gamedesign - und was übrig bleibt ist dann Hausmannskost.
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