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Shadows of the Damned
von Manuel S. vom 04.07.11, 00:12 Uhr
Schlachtfest der Kult-Designer

Gerade eben erst hat uns EA mit Alice ins Verderben geschickt, und schon geht es mit Volldampf weiter. Ein Who and Who der Gaming-Designer gibt sich die Ehre und steckt sein ganzes Können in das neue Shadows oft he Damned von Entwickler Grasshopper Manufactures. Dabei heraus gekommen ist ein Schlachtfest der Güteklasse A, dem jeder Metzger seinen Stempel hätte aufdrücken können. Aber kann dieser etwas andere Titel auch noch mehr außer Blut und Gewalt? Das erfahrt Ihr im dazugehörigen Test von uns!
Screenshots zu Shadows of the Damned




 
Die glorreichen 3
Shinji Mikami, Massimo Guarini und Giochi Suda, besser bekannt als Suda 51, geben sich in einem neuen Titel von Electronic Arts die Designerehre und legen zusammen Hand an Shadows oft he Damned an. Wenn man den dreien etwas zu Gute halten kann, dann das Ihre bisherigen Spiele es immer geschafft haben sich von der Masse abzuheben. Der Grafikstil und die Art wie man Ihn präsentiert hat war dabei vielleicht nicht immer jedermanns Geschmack, aber man hat Polarisiert und von sich Reden gemacht. Sonst wären diese beiden Namen wahrscheinlich bis heute nicht so bekannt geworden.

Mit Ihrer Zusammenarbeit geben Sie einem der bisher ungewöhnlichsten Titel des Jahres sein Aussehen. Shadows of the Damned beschreibt sich selbst als Roadmovie der etwas anderen Art. Dieser anderen Art ist es auch durchaus gerecht geworden. Die Arbeit von Dämonenjäger Garcia Hotspur war bisher das, was auch sein Name aussagt. Er hat Dämonen gejagt und Sie wieder dorthin geschickt, wo Sie hergekommen sind – ins Jenseits. Seine auffälligsten Merkmale wären da wohl seine zahlreichen Tattoos, sein markant vernarbtes Gesicht und seine schwere Bewaffnung.


Based on a Roadmovie
Aber Garcia hat ein Problem. Dieses trägt den Namen Fleming und ist seines Zeichens der Herrscher der Unterwelt. Aus Rache ermordet und entführt er Paula, die Freundin des Dämonenjägers, und erzwingt somit das sich auch Hotpsur selbst in das Jenseits begibt, um seine Freundin zu retten. Dort trifft er auf seinen alten Bekannten, den Ex-Dämonen Johnson, einen kleinen brennenden und sprechenden Totenkopf. Dessen Kunst ist es, sich in alle möglichen Wafffen verwandeln zu können und Garcia mit regelmäßig Updates seines Dämonenjäger-Lexikons auf dem neusten Stand zu halten. Daneben hat er auch immer Lösungsvorschläge für Rätsel und Taktikhilfen für große Gegner parat.

Als Basis für das Spiel dient eine Art Roadmovie, in dem der Kern eine Liebesgeschichte zwischen Garcia und Paula ist. Gespickt ist dieser „Film“ durch unendlich viele Zitate aus diversen Horror- und Actionfilmen. Neben den Zitaten ist es aber vor allem die Handschrift von Suda, der dafür bekannt ist gerne Dinge aus Filmen in Spiele zu involvieren, die dem Spiel seine etwas andere Aussagekraft verleiht. Ob Natural Born Killers, Scarface oder Evil Dead. Die Riege der Filme die für Shadows oft he Damned Pate gestanden haben ist ellenlang und auch vorbildlich. Kameraschnitte und Zwischensequenzen sind selbstredend auch in diese Richtung ausgerichtet.


Der Wolf und seine Schäfchen
Fleming hat neben sich selbst natürlich eine große Armee um sich herum versammelt, die Hotspur im Jenseits das Leben schwer machen soll. Zwar hat Mr. Demonhunter dessen Gefolgschaft schon im Vorfeld um einige Hundert Damönen verringert, trotzdem scheint Fleming einen ewig Vorrat an neuen Monstern zu haben. Und die machen uns auf Schritt und Tritt das Leben schwer. Die normalen Zombies gilt es mittels Kopfschuss von ihrem Leid zu erlösen. Später werden diese durch die „Finsternis“ immun gegen normale Schüsse und müssen erst mit einem „Lichtschuss“ von Ihrem dunklen Leiden erlöst werden, damit wir Ihnen dann endlich den Kopf vom Leib blasen können.

Daneben gibt es immer mal wieder größere Zwischengegner die etwas mehr Arbeit erfordern oder aber auch kleine Babyköpfe die als Türklopfer zweckentfremdet worden sind. Diese wollen, um uns dann auch die Tür zu öffnen, etwas das man Ihnen in den Mund stopft. Von Erdbeeren, der angeblichen Damönenfrucht geht das aber auch mal mit Augen oder Gehirnen. Und Ihr merkt schon, normal ist anders. Und so ist es auch. Shadows oft he Damned ist alles, nur nicht normal. Das schlägt sich sowohl durch das skurrile und abgedrehte Setting zu Grunde als auch durch die ganze Präsentation.


Big, bigger, Big Boss!
Und diese bekommt Ihren Höhepunkt und das Highlight des ganzen Spiels durch die extravaganten und mehrstufigen Endbosskämpfe. Und jeder de bis jetzt noch nichts von der Handschrift von Mikami entdeckt hat, was aber wohl sehr schwer sein dürfte, bekommt Sie hier in voller Breite serviert. Der Survival-Horror God der sich unter anderem durch Resident Evil einen Namen machen konnte, beweist hier wieder einmal Mut zum Detail und lässt die sehr ausufernden und langwierigen Kämpfe gegen die richtig dicken Bosse in einem wahnsinnig einzigarten Licht erstrahlen. Ist der Titel bis zum ersten großen Boss eher gewöhnungsbedürftig fährt es ab hier seine volle Stärke aus. Wer wollte denn schon mal nicht den Kopf seines gerade erledigten Endgegners wie eine Melone zerplatzen lassen?!


Der dritte im Bunde
Neben Mikami und Suda gibt es aber noch eine Person, die sehr wichtig für dieses Spiel ist, und die wahrscheinlich auch am meisten daran beteiligt war, das es sich bei Shadows oft he Damned um den bisher westlichsten Titel von Suda handelt. Die Rede ist von Massimo Guarini, den man bisher wohl eher von Ubisoft und seiner Handschrift bei Rainbow Six und Naruto kennt. Guarini war im Falle von Shadows of the Damned als Regisseur tätig und dafür verantwortlich, dass sich Geschichte und Spiel perfekt miteinander vereinigen. Den Charme den er dabei kreiert hat spricht seine eigenen Bände und überzeugt auf seine eigene Art. Somit ist Shadows oft he Damned eine sehr gute Mischung der 3 Halbgötter geworden.


Was übrig geblieben "wäre"
Und hätte der Titel genau die Behandlung der 3 Jungs nicht wiederfahren, dann wäre er auch nicht das geworden was er ist. Denn gerade optisch zeigt der Titel, trotz Unreal Engine, das er es technisch nicht über das Mittelmaß schafft. Hat man Hintergründe und Leveldesign in Sachen Optik und Wirkung noch gut hinbekommen, muss Grasshopper aber bei den Texturen und den Animationen klein beigeben. Zu krass sind die Fehler und Probleme, und auch der stellenweise wirklich heftige Zeilenversatz macht das Ganze oft nur schlimmer. Auch ruckelt es grafisch gerne einmal, was sich aber nur indirekt auf den Spieltrieb auswirkt.
Dazu kommt das wirklich steinzeitartige Verhalten der Mimik. Aber es gibt auch Gutes zu berichten. So hat man es tatsächlich durch deutliches Überzeichnen und absichtlich grobe Texturen geschafft, einen Stil zu erschaffen der als Hommage an alte Horrorfilme durchgehen könnte.

Fazit zu Shadows of the Damned
Shadows oft he Damned will kein standardisierter Horror-Shooter sein, wie wir Sie alle nur zu gut kennen. Dafür hat man auf die Arbeitskraft von Mikami, Suda und Guarini gesetzt. Und das Ergebnis ist durchaus aufgegangen. Ein Roadmovie der etwas anderen Art, in dem es im Kern um Liebe, aber außen herum um viel Gewalt, Blut und auch Sex geht. Das ist Shadows oft he Damned geworden. Die Potenz die man gerade hier aufgebaut hat verbläst man aber leider bei der Technik und bekommt hier gerade mal einen Shooter hin, der in der Masse gerade noch als Mittelmaß durchgehen würde. Zugreifen darf jeder, der auf unkomplizierte Shootermechanik und eine einfach erzählte Story Lust hat, und sich gerne mal auf monströse Bosskämpfe einlassen will. Im Vergleich mit dem gerade erschienen Alice ist Shadows oft he Damned aber um eine ganze Ecke besser und verwöhnt das Spielerherz mit Hommagen und Zitaten aus ehrwürdigen Filmen.
 
Shadows of the Damned

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  Erschienen: Released
  Hersteller: Electronic Arts
  Entwickler: Grasshopper Manufactures
  System: Xbox 360
  Spieler: 1
  Genre: Action
  USK: USK 18
  Sprache: Englisch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Nein
  Webseite: ea.com
  Preis: 55,99 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
72 %
  Sound:
83 %
  Gameplay:
82 %
  Umfang:
83 %
  Multiplayer:
0 %
  Gesamt: 80 %
 Userwertung: 
 
+
- Mikami, Suda, Guarini
- Viel ausgeflippte Action
- Erstklassige Bosskämpfe
- Überzeugende Charaktere
- Stimmungsvoller Soundtrack
-
- Technisch nicht das Gelbe vom Ei
- Potenzial teilweise verschenkt
- Mimik so gut wie gar nicht vorhanden
 
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