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Splinter Cell: Conviction
von Tom D. vom 12.04.10, 14:19 Uhr
Sam Fisher ist zurück und er will Rache!

Sam Fisher ist zurück! Das fortgeschrittene Alter ins Gesicht geschrieben, macht der Geheimagent aber immer noch eine sehr gute Figur. Zum Glück, denn zuerst sahen die Design-Pläne für das neue „Splinter Cell Conviction“ völlig anders aus. UbiSoft präsentierte den neuen Sam Fisher als einen verkommenden Ex-Helden im Penner-Look. Dieses Bild wollte einem nicht so recht in den Kopf gehen. Zum Glück hat UbiSoft die Lage erkannt, und dem neuen Abenteuer eine komplette Runderneuerung spendiert. Fescher Kurzhaarschnitt, schicke Klamotten und serientypische Technik-Spielereien passen einfach besser zu Sam Fisher. Unser Test sagt Euch, ob es sich lohnt, das neue „Splinter Cell Conviction“ zu kaufen.
Screenshots zu Splinter Cell: Conviction




 
AMERIKA HAT IHN UMGEBRACHT

Sam Fisher ist schon lange nicht mehr der Mann, der er früher einmal war. Das Land Amerika hat ihn umgebracht und zu dem gemacht, was er heute ist: Ein Racheengel. Verübeln kann man es dem ehemaligen Geheim-Agenten nicht. Nicht nur das er von seinem ehemaligen Geldgeber Third Echelon verraten und im Stich gelassen wurde, musste er auch noch den Tod seiner Tochter ertragen. Das mit Third Echelon war zwar auch nicht im Sinne von Sam Fisher, aber der Tod seiner Tochter war einfach zu viel. Er kennt nur noch ein Ziel: Den Mörder seiner einzigen Tochter finden.

Und genau hier setzt das neue Abenteuer ein. Als Erzähler dient sein alter Kumpel Vic. Dieser kommentiert die vielen Videosequenzen und bringt das ein oder andere Mal etwas Licht ins Dunkel. Zuviel mag man gar nicht über die Story verraten, da das Stealth-Abenteuer sehr von seiner spannend und filmreif inszenierten Story lebt. Deshalb konzentrieren wir uns in den folgenden Zeilen auf die ersten Schritte und lassen die vielen Story-Wendungen außen vor.

Unwissend in einem Cafe sitzend, nimmt Sam Fisher unweigerlich Kontakt zu einem seiner alten Arbeitskollegen auf. Seine Ex-Kollegin Grim legt ihm einen Rat nahe: Mach das du weg kommst. Denn die korrupten Leute von Third Echelon sind auf der Suche nach ihm. Trotz einer kräftigen Portion Misstrauen, macht sich Sam Fisher auf dem Weg und sucht den nötigen Schutz in der Dunkelheit. In diesen ersten Minuten erlernt der Spieler die grundlegende Steuerung und erfährt zusätzlich etwas über Fishers Vergangenheit. Dabei bekommt man relativ fix die ersten, wichtigen Features von „Splinter Cell Conviction“ serviert. So hat man nun zum Beispiel die Möglichkeit, sich per LT-Taste hinter einer Deckung zu verstecken und sich dann per A-Taste zur nächsten, erreichbaren Deckung zu begeben. Das geht binnen Minuten in Fleisch und Blut über. Und das obwohl die Controller-Belegung anders ausgelegt wurde, als es in einem normalen Shooter der Fall ist. Mit einem Klick auf den linken Stick wird zum Beispiel nachgeladen, während man mit der LB-Taste in die Hocke geht.

Hat man den ersten Gegner per Kopfschuss umgenietet, erlebt man eine Rückblende. Man findet sich in Sam Fishers Haus wieder und schaut dabei zu, wie Fisher versucht seiner Tochter die Angst vor der Dunkelheit zu nehmen. Da seine Räumlichkeiten anschließend von Banditen heimgesucht werden, kommt zum ersten Mal das „Markieren & Ausschalten“-Feature zum Einsatz. Im Vorfeld wurde darüber diskutiert, ob dieses Feature nicht dafür sorgen würde, dass „Splinter Cell Conviction“ viel zu einfach durchgespielt werden kann? Die Frage kann man heute mit einem ganz klaren Nein beantworten. Denn das Feature steht nur dann zur Verfügung, wenn man zuvor einen Gegner im Nahkampf erledigt hat. Ein solcher Nahkampf wird übrigens immer mit der B-Taste vollführt. Die Ausführung von „Markieren & Ausschalten“ ist dabei recht simpel, wobei man sich genau überlegen sollte, welche Feinde markiert werden. Mit der RB-Taste kann man dann bis zu 4 Feinde markieren. Ein Druck auf die Y-Taste führt dann dazu, dass Sam Fisher völlig automatisch jedem markierten Gegner eine Kugel in den Kopf jagt.

Eine sinnvolle Erweiterung der bekannten Spielmechanik, da der neue Sam Fisher eine deutlich härtere Vorgehensweise bevorzugt. Man kann sich zwar immer noch von hinten an seine Opfer heranschleichen, im Dunkeln auf sein Opfer warten, oder an der Decke hängend den „Tod von Oben“ bringen. Doch in erster Linie zählt in „Splinter Cell Conviction“ die Waffengewalt – bevorzugt mit Schalldämpfer. Kopfschüsse sind an der Tagesordnung und selbst im Nahkampf wird dem Gegner gerne das Genick gebrochen. So kommt es auch, dass man in „Splinter Cell Conviction“ gleich ein ganzes Arsenal an Waffen zur Verfügung hat. Fishers Lieblings-Pistole „Five-Seven“ ist natürlich ebenfalls mit von der Partie. Dazu gesellen sich dann noch diverse Maschinen- und Sturmgewehre, sowie eine Schrotflinte.

Diese Waffen dürfen in „Splinter Cell Conviction“ gegen Punkte aufgemotzt werden. Für jede Waffe und jedes Hilfsmittel (Granaten, Minen, Haftkamera) kann man bis zu 3 Verbesserungen kaufen. Diese wollen aber bezahlt werden. Zum Glück muss Sam Fisher keine Kisten zerschießen, um an bares Geld zu kommen. Nein, um an die begehrten Upgrade-Punkte zu gelangen, muss man so genannte PEC-Herausforderungen meistern. Die Ziele sind vielfältig und teils echt knackig. Die einfachsten Punkte verdient man sich noch mit Stealth-Kopfschüssen, oder etwa das Benutzen eines menschlichen Schutzschildes. Andere Herausforderungen sind da nicht so leicht zu bewältigen und verlangen eine darauf zugeschnittene Vorgehensweise. So muss man zum Beispiel 3 Gegner mit einem Betäubungsmittel für kurze Zeit außer Gefecht setzen und diese dann in genau dieser Zeit eliminieren. Klingt einfacher, als es in der Realität eigentlich ist. So kommt es dann auch, dass man einen Level völlig punktelos durchquert und an den verteilten Waffenverstecken keine Upgrades kaufen kann. Hat man sich aber mit den Herausforderungen befasst, klingelt die Punkte-Kasse schon bald wieder, und neue Upgrades sind die Belohnung.

Das waren aber noch lange nicht alle neuen Features. So wird zum Beispiel Fishers letzte bekannte Position mit einem durchsichtigen Abbild Fishers markiert. So kann sich der Spieler darauf einstellen, wo die Feinde als nächstes suchen werden. Auch wenn die KI noch immer nicht hundertprozentig schlau reagiert, so hat sie doch einiges dazugelernt. Oftmals wartet man in einem Raum auf einen alarmierten Gegner, doch dieser denkt nicht im Traum daran, diesen Raum zu betreten, was er auch lautstark von sich gibt. In solch einer Situation muss sich der Spieler eine neue Taktik ausdenken, um den Gegner außer Gefecht zu setzen. Hat man es Anfangs noch mit ein paar Gangstern mit Handfeuerwaffen zu tun, sind es später Soldaten mit Schnellfeuerwaffen. Die Spitze des Eisberges sind dann die gegnerischen Splinter Cells. Ja, man ahnt es schon, diese Kerle besitzen eine ausgereifte Stealth-Ausrüstung und sind damit besonders auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden nicht zu unterschätzen. In solchen Gefechten kann der Spieler schon mal ganz schnell vom Jäger zum Gejagten werden. Die Flucht scheint da der einzige Ausweg.

Allerdings bekommt der Anfangs spärlich ausgestattete Sam Fisher im Verlauf der Story immer mehr Agenten-Spielzeuge. Um unter einer Tür hindurchzuschauen, steht einem am Anfang nur ein zerbrochener Autospiegel zur Verfügung. Erst später gelangt der Spieler an eine moderne Kamera. Das serientypische Nachtsichtgerät wurde entschlackt, gleichzeitig aber auch verbessert. So hat man in „Splinter Cell Conviction“ nur noch einen einzigen Sichtmodus zur Verfügung. Der Sichtmodus wird diesmal aber farblos dargestellt. Das giftige Grün gehört der Vergangenheit an. Gleichzeitig haben die Entwickler mit einem kleinen Trick dafür gesorgt, dass man nicht einfach einen gesamten Level in dem Sichtmodus durchstreift. Denn bewegt sich der Spieler voran und der Sichtmodus ist dabei noch aktiviert, verzerrt das gesamte Bild und man kann nichts mehr erkennen. Dadurch wird der Spieler quasi dazu gezwungen, den Sichtmodus nur dann einzuschalten, wenn es auch wirklich nötig ist. Als kleine Entschädigung kann man Gegner nun auch durch Wände hindurch erkennen. Das können die anderen Splinter Cells aber auch…

Genug über Technik geplaudert, wenden wir uns noch einmal kurz der Story zu. Diese wurde sehr spannend inszeniert und der Spieler fiebert dem Ende und dessen Auflösung entgegen. Da wären wir auch schon bei dem größten Kritikpunkt. „Splinter Cell Conviction“ folgt dem aktuellen Trend und besitzt eine zu kurze Spielzeit. Auf dem ersten Blick wirken die 11 Levels umfangreich. Trotzdem sieht man nach etwa 6 Stunden den Abspann. Zwar wird man in diesen 6 Stunden bestens unterhalten, eine kleine Enttäuschung über die kurze Spielzeit bleibt dennoch hängen.

Aber vielleicht war das auch der Grund, warum die Entwickler noch soviel Extra-Unterhaltung abseits der Story anbieten. In den Nebenmissionen kann man seine Mission ganz nach den eigenen Wünschen gestalten. Dafür werden dem Spieler zwei unterschiedliche Spielmodi zur Verfügung gestellt. Während man in „Jäger“ jeden Gegner so schnell wie möglich erledigen muss, sollte man in „Letztes Gefecht“ seine ganze Aufmerksamkeit einer EMP widmen. Denn diese gilt es gegen ganze Wellen an Feinden zu verteidigen. Damit die Modis nicht zu schnell zu langweilig werden, stehen dem Spieler 6 unterschiedliche Maps zur Verfügung. In den Nebenmissionen darf man aber nicht nur seine persönliche Lieblings-Waffe auswählen. Zusätzlich hat man die Wahl zwischen verschiedenen Uniformen. Für den Kauf benötigt man abermals die PEC-Punkte. Zusätzlich zu den Nebenmissionen, hat man dem Spiel auch noch einen Multiplayer-Modus hinzugefügt. Dieser bietet die gewohnt unterhaltsame Splinter Cell-Erfahrung. Im neuesten Splinter Cell darf man diesmal sogar im Splitscreen-Modus auf Gegner-Jagd gehen. Auch damit folgt man dem aktuellen Trend.

FILMREIFE KAMERAFAHRTEN ZEIGEN EINEN GUTAUSSEHENDEN SAM FISHER

Man kann es leider nicht oft genug sagen. Der ehemalige Sam Fisher im Zottel-Look sah einfach nur grauenvoll aus. Ungewaschene, lange Haare und ein Penner-Mantel standen dem Stealth-Profi überhaupt nicht. Zum Glück hat UbiSoft die Notbremse gezogen und das Spiel völlig neu designt. Und so gefällt uns Herr Fisher doch gleich viel besser. Dazu trägt aber auch maßgeblich die ordentlich arbeitende Unreal Engine 3 bei. Sam Fisher wirkt von Kopf bis Fuß durchgestylt. Die Animationen haben Referenz-Charakter. Gerade in den Verhör-Sequenzen hat man das Gefühl, „Splinter Cell Conviction“ sei ein Kinofilm zum mitspielen. Hat man eine Person, etwa der durchgeknallte Kobin, zum Verhör an die Gurgel gepackt, kann man die Umgebung in das Verhör mit einbeziehen. Diese Szenen geizen nicht gerade mit Blut und detaillierter Gewaltdarstellung. Übertrieben wirken die Szenen aber nie, vielmehr unterstreicht man damit nur noch Fishers Rachedurst und dem daraus entstandenen Misstrauen. Überhaupt ist es den Entwicklern perfekt gelungen, Fishers Emotionen auf den Spieler zu übertragen. Ständig wird die Spielerfahrung von Misstrauen geprägt. Bis zum Ende hin traut man niemanden – genau wie Fisher.

Doch zurück zur grafischen Gestaltung. Die elf verschiedenen Levels sind extrem abwechslungsreich. Angefangen im Straßenmarkt, geht es später auf einen Flugplatz weiter, um dann irgendwann eine riesige Industriehalle zu inspizieren. Eher ungewöhnliche Agenten-Plätze sind aber ebenfalls mit dabei. So ist man zum Beispiel auf einem Jahrmarkt unterwegs, um schick bekleidete Männer zu einem Verhör zu überreden. Das wir die gesamte Spielzeit über keine Ruckler ausmachen konnten, ist natürlich erfreulich. Und die Ladezeiten? Nur selten vorhanden und wenn doch, dann nur in einer angenehmen Länge. Übrigens werden in „Splinter Cell Conviction“ die Missionsziele nicht als stinknormale Texteinblendungen angezeigt. Vielmehr projiziert man die Anweisungen auf die verschiedensten Oberflächen innerhalb der Levels. Das bringt zwar kaum Vorteile, hat aber auf jeden Fall einen gewissen Coolness-Faktor.

Um Sam Fisher seine altbekannte Stimme zu geben, hat man sich wieder Martin Kessler an Bord geholt. Seine kernige Stimme passt zu Sam Fisher und verleiht ihm eine gewisse Coolness, wie man sie von einem Videospiele-Helden nur sehr selten erlebt. Aber auch die anderen deutschen Synchronsprecher haben einen sehr guten Job abgeliefert und sorgen dafür, dass das gesamte Spiel Kinofilm-Charakter besitzt. Dieser Eindruck setzt sich bei der Musikgestaltung konsequent fort. Mal ruhig, mal schnell, besitzt jede Szene die passende, musikalische Untermalung, ohne dabei aber auf einem aufgezwungenen Ohrwurm-Charakter zu setzen. „Splinter Cell Conviction“ ist einfach nur ganz großes Kino, wobei der Spieler die Hauptrolle spielen darf.
Trailer zu Splinter Cell: Conviction
 
Fazit zu Splinter Cell: Conviction
Seit dem Erscheinen des ersten „Splinter Cell“ bin Ich ein großer Fan von Sam Fisher. Man sieht in ihm schon fast keinen Videospiel-Helden mehr, sondern eher einen richtigen Hollywood-Darsteller. Seine persönliche Geschichte geht unter die Haut, die Story hat etliche Wendungen parat und die gesamte Aufmachung erinnert an moderne Kinofilme. Die Technik macht dem Ganzen keinen Strich durch die Rechnung und begeistert mit echter Referenz-Grafik. Und ja, Ich sage es noch einmal: Dieser hässliche Zottel-Fisher wurde zum Glück über Bord geworfen. Bevor wir hier noch weiter um den heißen Brei reden: Kauft euch dieses Spiel, denn Kinofilme zum selber spielen gibt es nicht so oft.
 
Splinter Cell: Conviction

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  Erschienen: 15.04.2010
  Hersteller: UbiSoft
  Entwickler: UbiSoft Montreal
  System: Xbox 360
  Spieler: 2
  Genre: Action
  USK: USK 18
  Sprache: Deutsch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: splintercell...
  Preis: 56,90 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
92 %
  Sound:
93 %
  Gameplay:
93 %
  Umfang:
89 %
  Multiplayer:
92 %
  Gesamt: 92 %
 Userwertung: 
 
+
- fortschrittliche Technik sorgt für Kinofilm-Unterhaltung
- toller Gameplay-Mix aus Stealth und Action
- Sam Fisher ist immer noch einer der glaubwürdigsten Videospiel-Charaktere
- abwechslungsreiche Schauplätze sorgen für beste Unterhaltung
- PEC-Herausforderungen animieren zur speziellen Vorgehensweise
- den Spieler erwarten viele unerwartete Story-Wendungen
- umfangreiche Mehrspieler-Auswahl sorgt für längere Unterhaltung
- Steuerung gestaltet sich etwas anders, ist aber trotzdem flott erlernt
-
- mit nur 6 Stunden eine zu kurze Einzelspieler-Kampagne
 
Screenshots zu Splinter Cell: Conviction





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Kommentare zu Splinter Cell: Conviction
Betreff: Kein Betreff
#3 verfasst am 12.04.10, 15:00 Uhr

Ein Top Spiel, Ich kann es nur jedem empfehlen

Betreff: Kein Betreff
#2 verfasst am 12.04.10, 18:56 Uhr

In der Game Pro steht das die Einzelspieler-Kampagne 12 stunden dauert. Was simmt denn nun? ich freue mich schon auf das Spiel.

Betreff: Kein Betreff
#1 verfasst am 12.05.10, 19:56 Uhr

Hab das Spiel gerade durchgezockt. Ist echt der Hammer!!!!
Auf jeden Fall eine dicke fette Empfehlung!

@1967 Andreas Die Kampagne ist wirklich sehr schnell durch



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