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Steel Battalion: Heavy Armor
von Kevin vom 21.06.12, 23:37 Uhr
Bei uns im Kinect-TEST!

Wer sich schon länger mit den Konsolen von Microsoft beschäftigt, hat möglicherweise schon einmal von „Steel Battalion“ gehört. Nicht, dass der Titel unfassbar erfolgreich gewesen wäre - er ist schlicht und ergreifend dafür bekannt, dass er mit einem gigantischen Controller ausgeliefert wurde. Dutzende Knöpfe und Regler machten das Spiel zu einem der komplexesten der Videospielgeschichte. Jetzt ist mit „Steel Battalion: Heavy Armor" endlich der Nachfolger erhältlich - und statt Monstercontroller mitzuliefern, verlässt man sich auf Kinect. Unser Test deckt die Schwächen für Euch auf!
Screenshots zu Steel Battalion: Heavy Armor




 
Kinect mal anders

Für die sogenannten „Core-Gamer“ war Microsofts Kinect bislang ja eher eine Enttäuschung. Die Ankündigung von „Steel Battalion: Heavy Armor“ sorgte daher für Interesse - ein futuristisches Kriegsspiel, gesteuert mit Kinect UND einem regulären Controller ist eine charmante Mischung.
Storytechnisch darf man zwar keinen Hochglanz-Thriller erwarten, im direkten Vergleich zu so manch anderem Spiel ist man dennoch „ganz gut dabei“: Wir befinden uns am Ende des aktuellen Jahrhunderts - doch anstatt modernste technische Errungenschaften zu genießen, wurden Computer über die Jahre von einem eigenartigen Virus vernichtet. In dieser prekären Situation kommt dann noch ein weiteres Problem dazu: Die guten Amis finden sich in einem Krieg wieder - und ohne hochmoderne Waffensysteme muss man sich auf Mechs besinnen. Das ergibt zwar wenig Sinn, fällt aber wohl unter künstlerische Freiheit.

Ich bin der Mechpilot

Wenig überraschend ist, dass man in einem solchen Mech oder VT („Vertical Tank“) maßgeblich an der Rettung der freien Welt beteiligt ist. So richtig bahnbrechend ist das Gameplay mit Sicherheit nicht, denn in ähnlicher Form hat man das schon dutzende Male gesehen. Der große Unterschied liegt natürlich in der Steuerung, und zumindest der Teil, der vom Controller übernommen wird, funktioniert auch hinreichend gut. Was uns hingegen mit der Kinect-Steuerung zugemutet wird, ist kaum zu tolerieren.
Wer schon das eine oder andere Kinect-Spiel ausprobiert hat, kennt sicherlich die Verzögerungen, und zu einem gewissen Grad auch die Ungenauigkeit, die das System mit sich bringt. Sucht der Entwickler sich eine Spielmechanik aus, bei der das kein ernstes Problem ist (als gutes Beispiel fällt da Bowling ein), dann kann man eine Menge Spaß mit Kinect haben. Wenn man aber unter Zeitdruck bei hohem Schwierigkeitsgrad irgendwelche virtuellen Hebel in der Luft ziehen soll, dann ist der Frust geradezu vorprogrammiert - und genau so läuft der Hase bei „Steel Battalion: Heavy Armor“.

Sind die Japaner schuld?

Wieder einmal sind die japanischen Wurzeln bei „Steel Battalion: Heavy Armor“ unverkennbar - und zwar besonders, was den Schwierigkeitsgrad angeht. In manchen Missionen langweilt man sich praktisch zu Tode, in anderen geht es derartig heiß her, dass man mit der Kinect-Problematik kaum in der Lage ist, mitzuhalten.
Wo man sich sonst gewaltig ärgert, wenn ein Hebel erst beim zehnten Mal betätigt wird, weil die Erkennung so schlecht funktioniert, wird das in der Hitze des Gefechts zum wahren Dealbreaker. So kann einfach kein Spielspass aufkommen, vor allem, wenn man eine Mission immer und immer wiederholen muss, und schon im Verlauf des Ganzen bemerkt, dass es auch dieses Mal nicht hinhauen wird.

Boom Boom!

Sind wir ehrlich: In Hinsicht auf das Gameplay ist „Steel Battalion: Heavy Armor“ geradezu katastrophal. Dabei müsste das noch nicht einmal sein: Graphisch wie atmosphärisch bewegt man sich im guten Mittelfeld - die Optik ist ganz klar der Höhepunkt dieser Veranstaltung. Man kann also durchaus erkennen, dass die „Production Values“ da sind - umso weniger ist es verständlich, wie man die Steuerung derartig verhunzen konnte. Klar, eine bestimmte Komplexität benötigt auch gewisse Besonderheiten bei der Steuerung - aber so ziemlich alles Vorstellbare wäre besser gewesen.
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es allerdings auch in Sachen Präsentation: Die Sprachausgabe liegt nur auf englisch vor - wie so oft müssen wir uns mit deutschen Untertiteln begnügen. Vielleicht kein riesiger Beinbruch, aber wenn es schon in der Gesamtheit nicht so ganz hinhaut, dann nervt eine solche Kleinigkeit natürlich noch mehr.

Gemeinschaftliches Ärgern

„Steel Battalion: Heavy Armor“ bringt tatsächlich einen Multiplayer-Modus mit. Das Ganze funktioniert als Koop - so verdoppelt bis vervierfacht sich der Ärger dann gleich noch. Ein wenig mehr „Spaß“ als alleine macht das schon, aber das rettet den Titel nun wirklich nicht. Es zeigt allerdings auch hier wieder, dass Potential vorhanden wäre - wenn man auf die Kinect-Geschichten verzichtet hätte.

Muss man nicht haben - echt nicht!

Mit „Steel Battalion: Heavy Armor“ hat man sich auf gefährliches Terrain begeben - und leider verloren. Das ist ausserordentlich bedauernswert, und jeder, der die dichte Atmosphäre mitten im Gefecht erlebt, wird diese Meinung teilen. Potential wäre reichlich vorhanden, aber mit der Idee, das Ganze von Kinect abhängig zu machen, hat der Entwickler das Spiel der Belanglosigkeit und sogar dem Ärger der Spieler preisgegeben.
Fazit zu Steel Battalion: Heavy Armor
Aus Kritikersicht muss man durchaus ärgerlich auf „Steel Battalion: Heavy Armor“ sein, da man so viel Potential durch das Kinect-Experiment verschenkt hat. Letztendlich lähmt die Steuerung das ganze Spielerlebnis, und zwar in einem Ausmaß, in dem es den Spielspaß ruiniert. Dabei ist die Grafik durchaus ordentlich, und die Atmosphäre sogar wirklich gut. Nur: Wenn man dutzende Versuche benötigt, um einen Hebel zu ziehen oder eine sonstige Funktion auszulösen, dann ist das mitten im Gefecht einfach zu viel, und weder gute Optik noch tolle Atmosphäre können hier noch etwas retten. Um an „Steel Battalion: Heavy Armor“ Spaß zu haben, muss man schon eine ordentliche Portion Frustresistenz mitbringen.
 
Steel Battalion: Heavy Armor

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  Erschienen: 22.06.2012
  Hersteller: Capcom
  Entwickler: From Software
  System: Xbox 360
  Spieler: 4
  Genre: Action
  USK:
  Sprache: Englisch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: capcom-europe.com
  Preis: 54,00 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
80 %
  Sound:
73 %
  Gameplay:
24 %
  Umfang:
55 %
  Multiplayer:
52 %
  Gesamt: 57 %
 Userwertung: 
 
+
+ ordentliche Optik
+ tolle Atmosphäre
-
- unfassbar schlechte Kinect-Steuerung
- extrem frustrierend
- teils bockschwere, teils völlig öde Missionen
- absolut verschenktes Potential
 
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