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Test Drive: Ferrari Racing Legends
von Kevin vom 02.07.12, 22:50 Uhr
Bei uns im TEST!

Besitzer von „Test Drive Unlimited 2“ werden sich ja noch daran erinnern, dass der Titel eher verhaltene Reaktionen bei den Spielern hervorrief. Das war hauptsächlich ein hausgemachtes Problem, denn die Entwickler bekamen zahlreiche Server-Ärgernisse einfach nicht in den Griff. Bekanntermaßen hat sich Atari die Entwickler jetzt vom Hals geschafft - aber die Serie lebt weiter. Mit „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ will man die Spieler verzücken - unser Test zeigt, ob es dem Titel gelingt.
Screenshots zu Test Drive: Ferrari Racing Legends




 
Test the Test Drive!

Zunächst sei es erlaubt, auf die Kinderstube von „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ hinzuweisen. Nachdem Eden Games sich aus naheliegenden Gründen nicht um den Titel kümmern konnte, hat man bei Atari flugs die Mannen von den Slightly Mad Studios verpflichtet. Diese haben sich bei Genre-Fans einen durchaus positiven Namen mit der „Need for Speed: Shift“-Reihe machen können. Somit ist schon mal klar, dass das Know How für ordentliche Racer durchaus vorhanden ist.
Wie der Name wahrscheinlich nahe legt, konzentriert sich „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ natürlich auf die italienischen Edelkarossen mit dem wilden Pferdchen auf dem Logo. Immerhin ist das Ganze nicht auf die Modelle der letzten Jahre beschränkt - man bekommt stattdessen einen schönen und durchaus umfangreichen Querschnitt durch die Modellgeschichte geboten.

Eine Karriere wie keine andere

Keine Überraschung ist die Tatsache, dass man auch bei „Ferrari Racing Legends“ eine Karriere durchleben darf. Interessant ist hier allerdings die Aufteilung in drei verschiedene Epochen. Die „Goldene Ära" nimmt sich der Zeitspanne von 1947-197 an, während die silberne in der Zeit von 1974-1990 spielt. Moderne Zeiten bringt dann die dritte Epoche, die die heutzutage bekanntesten Fahrzeuge im Gepäck hat.
Was für alte „Test Drive Unlimited“-Hasen wichtig ist: Man hat die Idee der Open World komplett verworfen. Diesbezüglich ist „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ ein Rennsport-Titel wie fast jeder andere auch. Dafür hat man allerdings historisch korrekte Strecken parat, so dass man einen guten Einblick in die vergangenen Tage bekommt. Selbstredend ist die Nordschleife dabei - aber wer wollte nicht schon immer mal auf dem 59er Silverstone oder dem 58er Monza fahren? Hierzu bekommt man ja eher selten die Gelegenheit - auch in Videospielen.

Schnitzeljagd

Sehr zum Leidwesen „echter“ Rennsportfans hat man nicht ausschließlich reguläre Rennen zu bestehen. Stattdessen gibt es immer wieder verschiedene Aufgaben, die man erledigen soll. Beispielsweise gilt es, eine bestimmte Rundenzeit zu unterbieten, oder auch eine bestimmte Anzahl an Fahrzeugen zu überholen. Das erinnert stellenweise doch stark an die Forza-Reihe und bietet dabei einige Abwechslung. Simulationsfreunde dürften sich hier aber - wie bereits angedeutet - nicht ganz heimisch fühlen.

Für Ferrari-Fans... so halbwegs!

Ganz klar - es ist eine gewagte Sache, sich auf einen einzigen Hersteller festzulegen. Das muss aber nicht zwangsläufig in die Hose gehen - gerade Ferrari hat eine riesige Fan-Gemeinde, und nur wenige Hersteller umgibt ein derartiger Nimbus der Exzellenz. Natürlich kann man sich bei „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ die Fahrzeuge auch mehr oder weniger im Detail anschauen - wer aber nähere Informationen oder ein Äquivalent zum „Auto Vista“-Modus aus Forza erwartet, wird zwangsläufig schwer enttäuscht sein.
Hier hat man es eindeutig versäumt, die Marke Ferrari in ihrer Gänze zu nutzen. Eine Art Informations-Kompendium, vielleicht sogar mit Videos aus den entsprechenden Epochen - damit hätte man Ferrari-Fans wirklich ködern können. Wenn man sich schon auf einen einzelnen Hersteller beschränkt, dann bitte so, dass man einen Mehrwert hat.

Fahren mit Komfort

Kommen wir zum Wichtigsten: Der Fahrphysik. Natürlich gibt es auch bei „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ verschiedene Fahrhilfen, die auch dem Gelegenheitszocker dabei helfen, zu Rande zu kommen. Ein Problem gibt es hierbei aber: Anstatt - wie bei Forza - die Möglichkeit zu bieten, die einzelnen Fahrhilfen wie ABS, Traktionskontrolle und dergleichen mehr zu- und abschaltbar zu gestalten, gibt es einfach nur drei verschiedene Grade an Fahrhilfen zur Auswahl.
Natürlich gibt es wohl wenige Zocker, die abschätzen können, ob das Fahrgefühl, die Mechanik und die Ansprache der Fahrzeuge optimal umgesetzt wurde. Zumindest aber bekommt man das Gefühl von unzähligen Pferdestärken geboten - insofern ist man durchaus versucht, die Spielmechanik für realistisch zu halten.

Roter Lack und scharfe Kurven

Natürlich spielt auch die Präsentationsseite eine große Rolle - da macht „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ keine Ausnahme. Die Fahrzeuge selbst sind überzeugend gestaltet, sowohl äußerlich als auch in der Cockpit-Ansicht. Auch atmosphärisch ist einiges geboten, vor allem die Grafik-Filter zu Beginn der Rennen sind eine witzige Einlage. Allerdings gibt es auch einige technische Schwächen in der Grafik-Engine. Diverse Ruckler und aufpoppende Objekte verärgern den Spiele von Zeit zu Zeit.
Sehr gut gelungen ist hingegen die Beschallung - und zwar weniger der Soundtrack als die Soundeffekte. Die Motorengeräusche sind durchaus glaubhaft und unterstützen den Eindruck der kraftvollen Fahrzeuge noch weiter.

Verschenkte Chancen

Schlecht ist „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ auf keinen Fall. Allerdings ist es mal wieder einer dieser typischen Fälle, in denen man sich darüber ärgert, dass die Entwickler einen anderen Pfad gewählt haben, als man sich für das Spiel gewünscht hat.
Anstatt eine wirkliche Instanz in Sachen Ferrari zu bieten, bewegt man sich in praktisch jedem Gesichtspunkt ganz weit hinter „Forza Motorsport 4“, der Genre-Referenz. Wer dringenden Bedarf an neuem KFZ-Futter hat, mag sich unter Umständen mit „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ anfreunden können, wer allerdings selten Rennsport-Titel spielt und jetzt den neuen Messias erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht werden.
Fazit zu Test Drive: Ferrari Racing Legends
Auch wenn „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ durchaus seine unterhaltsamen Seiten hat - der Weisheit letzter Schluss ist damit noch lange nicht erreicht. Im Kern - das heisst Fahrphysik, Fahrzeuge und Strecken - haben die Entwickler durchaus solide Arbeit geleistet. Leider hat man aber aus der Lizenz nicht so viel herausgeholt, wie möglich gewesen wäre. Zusätzliche Infos, Videos, Extras, all dies fehlt leider völlig. Auch kratzen ein paar technische Ärgernisse an der Fassade des Spiels. Zwar eignet sich „Test Drive: Ferrari Racing Legends“ für eine Runde zwischendurch, einen wahrhaft epochalen Titel darf man jedoch nicht erwarten.
 
Test Drive: Ferrari Racing Legends

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  Erschienen: 06.07.2012
  Hersteller: Atari
  Entwickler: Slightly Mad Studios
  System: Xbox 360
  Spieler: 8
  Genre: Racing
  USK: Ohne Altersangabe
  Sprache: Deutsch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: atari.com
  Preis: 49,99 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
73 %
  Sound:
86 %
  Gameplay:
74 %
  Umfang:
75 %
  Multiplayer:
78 %
  Gesamt: 77 %
 Userwertung: 
 
+
+ Drei Karrieren in verschiedenen Epochen
+ Überzeugender Motorensound
+ Atmosphärisch ansprechend
+ Recht abwechslungsreich...
-
- ...aber wenig echtes Rennsport-Feeling
- technische Unzulänglichkeiten in der Grafik
- Lizenz nicht optimal genutzt
- unflexible Fahrhilfen
 
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