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Two Worlds II
von Manuel S. vom 12.11.10, 22:10 Uhr
Endlich wieder ein richtiges Rollenspiel!

Bis jetzt war es definitv kein Jahr für Rollenspieler, zumindest auf den Konsolen. Sind manche Titel auf dem PC wahre Augenweiden mit enorm viel Tiefgang und komplexem Charaktersystem geworden, tümpelten die selben Spiele auf der Konsole nur so dahin, und wussten nicht so recht ob Sie Fleisch oder Käse sein wollten. Aber noch ist nicht das letzte Wort in diesem Jahr gesprochen. Die Lösung und zugleich Ausflucht aus diesem Schlamassel könnte Two Worlds II heißen. Ob es endlich ein Aufatmen für das Genre der Rollenspiele gibt, oder der Sumpf nur noch tiefer geworden ist, das verrät unser Test.
Screenshots zu Two Worlds II




 
Was bisher geschah

Wir schreiben das Jahr 2010, Rollenspieler aus aller Welt sind sehr verunsichert und flüchten sich in andere Genres, da es für Ihren doch so innig geliebten Bereich der RPG nichts neues gibt, was sich auch nur im Entferntesten als gelungenes Rollenspiel bezeichnen kann. Ob Gothic 4, Risen oder Divinity II. Alle sind Sie durchgefallen, und konnten auf der Konsole niemanden begeistern, egal ob auf lange oder kurze Zeit. Aber da naht Hilfe aus dem finsteren Dunkel, und ein kleines Aufatmen lässt sich wahrnehmen. Aber dieses Aufatmen wird immer wieder durch neue Verschiebungen erstickt, und man vermutet bereits das nächste dramatische Schicksal, das mit Two Worlds II kommen könnte. Wenn wir uns so an Teil 1 entsinnen, kommen uns eher Leber und Galle hoch, als freudige Erinnerungen an unendliche Stunden Spielzeit in der sehr "dezent" gestalteten Spielwelt. Doch Zuxxez gelobte Besserung, und diese hat Two Worlds II definitv bekommen. Denn es ist nicht nur einfach gut, sondern so gut, das sich alle Mannen bei JoWood eine ganz dicke Scheibe davon abschneiden können. Aber nun geht es direkt in das Spiel.

Immer schön einarbeiten

In einem ellenlangen Vorspann, vor dem wir unseren Charakter noch in Sachen Aussehen abändern können, treffen wir auf unseren Erzfeind Gandohar. Dieser hat die Macht über unsere Schwester ergriffen, und genau diese möchten wir aus seinen finsteren Klauen befreien. In einer geradezu idyllischen Spielwelt mit viel Urlaubsflair geht es aber nicht so besinnlich zu wie man es meinen könnte. Auch ist die Story hinter dem Spiel überhaupt nicht so durchsichtig, wie man sich das Anfangs denkt. "Gut gegen Böse, das alte Spiel, wieder mal." Falsch gedacht, denn als wir kurz nach Spielbeginn noch durch kniehohes Gras waten, lässt sich nicht einmal erahnen, auf welche riesige und epische Reise wir uns hier eingelassen haben.

Sprachgewandter Edelstein

Ein gutes Rollenspiel ist wie ein ungeschliffener Edelstein, der mit der Zeit immer schöner wird bis er zum Ende seine volle Schönheit zeigen kann. Two Worlds II könnte glatt als ein Diamant oder Brilliant durchgehen. Denn alleine die Erzählweise der Story, die nach einem furiosen Spielstart eher etwas absackt, aber im regelmäßigen Rhythmus immer wieder anzieht, lässt Konkurrenzprodukte wie ein Gothic 4 vollkommen links liegen. Sämtliche Quests sind keinesfalls fiktiv oder unglaubwürdig dargestellt, alles wirkt zusammenhängend, macht Sinn und wird sehr spannen erzählt. Langeweile gibt es daher nie, es ist immer etwas zu tun, und alleine das Erkunden der enorm riesigen, liebevoll gestalteten Spielwelt verschlingt ganze Stunden Spielzeit.

Einen wahren Meistergriff hat man bei der Synchronisation gesetzt. Hochkarätige Sprecher wurden für die Rollen engagiert, und jeder Charakter hat seine eigene Stimme, die man immer wieder meint zu kennen. Das ganze Spiel profitiert davon, denn wie oft wurden sehr gute Spiele nur durch eine schlampige Synchro komplett zerstört. Es kommt alles sehr glaubwürdig rüber, wenn ein sehr guter Sprecher seinen Dienst verrichtet, und die gesamte Stimmung ist wie aus einem Guss. Als gehörte alles genau so zusammen, wie es uns erzählt wird.

Fast eine neue Referenz

Zuxxez hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, das merkt man in jeder einzelnen Spielminute. Auch die Grafik ist eine Augenweide. Zu verdanken der neuen GRACE Engine, die insgesamt gesehen fast einen neuen Maßstab für solch offene Spielwelten setzt. Es ist ungefähr so wie bei Oblivion auf dem PC, als wir das erste mal Tageslicht erblicken, und uns der Kiefer auf den Boden knallte mit den Worten "Boah, sieht das geil aus!".
Zwar liegt auch hier die PC Version klar vorne, aber was wir auf den Konsolen geboten bekommen, ist nicht von schlechten Eltern, gerade im Bezug auf die Größe der Spielwelt. Dabei ist das Spiel zu keiner Zeit detailarm oder lieblos gestaltet, alleine eine ganze Ewigkeit Entwicklungszeit muss in die Grafik geflossen sein. Nur die Emotionen in Form von Gesichtsausdrücken hätte man stellenweise besser einfangen können.

Wie, noch größer?!

Der größte und wichtigste Punkt an Two Worlds II ist der Umfang. Neben unzähligen Haupt- und Nebenquests gibt es da zum Beispiel das Kampf-, Magie- und Handwerkssystem, in dem man sich im Untermenu unendlich lange beschäftigen kann. Insgesamt gesehen verbringt man eh sehr viel Zeit dort, denn neben Skillpunkten und gewonnener Aura, mit der man bezahlen kann, gilt es hier auch seine Zauberkräfte aufzuwerten. Die ersten Zauber die wir wirken können sind nicht spektakulär oder haben eine ungemein kräftige Wirkung. Aber gut Ding braucht Weile, und nach einigen Stunden, in denen man seine Skillpunkte effektiv verteilt hat, wendet sich das Blatt sehr schnell, und wir sind fast schon ein kleiner Merlin. Das geht aber nicht nur mit dem Zaubersystem, sondern auch in Sachen Handwerk. Ratz fatz kann man sich seine eigenen Waffen schmieden, vorausgesetzt man hat die nötigen Einzelteile im Inventar. Erbeutete Gegenstände und Materialen kann ich in Ihre Einzelteile zerlegen, und diese dann in neue Waffen einarbeiten. Sogar hochwertige Edelsteine lassen sich so verwenden.

Clever, clever, lieber Gegner

Die Gegner im Spiel stellen uns sehr oft vor eine schwierige Frage: Schaff ich das oder ist das eher unmöglich?
Diese Frage ist nicht unberechtigt. Natürlich sind am Anfang alle Gegner dumm, man will ja auch erst mal weiter voran kommen. Aber spätesten beim ersten Endgegner oder dem ersten versteckten Bereich in z.B. einem unterirdischen Tunnelsystem wird aus Spaß ernst. Zwar sind diese nicht unfair oder taktisch überlegen, aber Sie sind stark. Es gibt immer irgendeinen Aspekt, der mein Gegenüber stark macht, und ich überlegen muss, wie ich zum gewinnenden Stoß ansetze. Oft ist es besser, erst gründlich zu überlegen, bevor ich unbedacht einfach irgendwo hinein stürme. Manche Bereiche der Spielwelt muss man sich erst einmal erarbeiten, das heißt man muss sich dafür erst einmal wappnen. Ohne die richtige Waffe und dem richtigen Level hab ich dort keine Chance.

Es ist einfach so riesig

Das Herz des Rollenspielers schlägt immer wieder einen Schlag schneller. Und immer wieder muss ich auf dem Umfang von Two Worlds 2 eingehen. Denn ist fast unglaublich, wie viel es hier zu tun und bewerkstelligen gilt. Eine Spielzeit unter 25 Stunden ist fast nicht machbar, und das auch nur, wenn man nur vereinzelt ein paar der 200 Nebenquests absolviert. Es ist so viel Arbeit in dieses Projekt und die Größe davon geflossen, das nicht einmal der Entwickler Reality Pump diese Arbeiten daran alleine bewerkstelligen konnte. Mit Farm 51 besorgten diese sich tatkräftige Unterstützung, und das Ergebnis ist schlichtweg gesagt ein Gothic 4, wie es hätte werden sollen. Eigentlich ist es eine Frechheit, wenn man sieht was mit dem großen Gothic 4 abgeliefert wurde, und mit dem eher kleinen Two Worlds II an wahrer Rollenspielkunst das Licht der Welt erblickte. Da sollten die Jungs von JoWood sich einige Überstunden mit dem Spielen von Two Worlds II verschreiben.
Fazit zu Two Worlds II
Was soll ich dazu noch sagen. Ich habe eigentlich nicht viel erwartet, als ich Two Worlds 2 eingelegt habe. Aber nachdem ich mich nun einige Stunden damit beschäftigt habe, und merke, das ich gerade erst einmal an der Schale der Story kratze, kann ich gerade mal erahnen, wie unendlich riesig sich dieses epische Abenteuer noch ausweitet. Eigentlich war gänzlich jede Hoffnung verloren, gerade nach dem Armutszeugnis Gothic 4. Aber Zuxxez hat es geschafft, mir wieder ein Strahlen in die Augen zu zaubern, und lässt mich unendlich viel frischer RPG Luft einatmen. Dieses Spiel ist so gut geworden, das man davon eigentlich nie genug bekommen kann. Natürlich gibt es auch Kritikpunkte. Das Spiel ist irgendwo einfach zu umfangreich. Es will alles bieten, und das kostet einfach ab und an viele Nerven und sehr viel Zeit. Und gerade von der Zeit kann man hier nicht genug haben, was dann wohl der größte Kritikpunkt wäre. Dagegen gibt es wunderschön gestaltete Landstriche, eine Synchro die mir andauernd Gänsehaut verursacht und einfach ein Rollenspiel das mich zutiefst beeindruck hat. Two Worlds II, ich knie vor Dir nieder!
 
Two Worlds II

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  Erschienen: Released
  Hersteller: TopWare / Zuxxez
  Entwickler: Reality Pump / Farm 51
  System: Xbox 360
  Spieler: 1
  Genre: Rollenspiel
  USK: USK 16
  Sprache: Deutsch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Nein
  Webseite: twoworlds2.com
  Preis: 59,98 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
86 %
  Sound:
89 %
  Gameplay:
91 %
  Umfang:
95 %
  Multiplayer:
0 %
  Gesamt: 90 %
 Userwertung: 
 
+
- Perfekte Synchronisation
- Stimmige und schicke Grafik
- Lebendige, liebevolle Spielwelt
- Unendlich viel zu tun
- Gelungenes Skill-System
-
- Schon fast zu viel des Guten
- Etwas langwieriger Einstieg
- Menus etwas unübersichtlich
- Ab und an etwas emotionslos
 
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Achievements/Trophies: Wichtig oder völlig egal?


Nur 100% ist durchgespielt!
Ich hole immer so viel wie möglich
Nice to have, aber nicht so wichtig
Ziemlich unnötig
Lenkt nur von der Story ab
Achievements? Trophies? Was'n das?


  
 

 






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