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WWE 12
von Kevin vom 22.11.11, 22:59 Uhr
Bei uns im Test

Auch dieses Jahr wird nicht verstreichen ohne einen WWE-Titel, der in der kalten Jahreszeit zum gemütlichen Prügeln an der heimischen Konsole einläd. Die erste Neuerung ist hierbei der Name: Anstatt wieder auf der alten “WWE Smackdown vs, Raw”-Nummerierung herumzureiten, heisst es dieses Mal kurz und knapp “WWE 12“. Ob das schon alles ist, was der jüngste der Reihe zu bieten hat, soll unser Test zeigen.
Screenshots zu WWE 12




 
Adel verpflichtet

Als mittlerweile erste Adresse bei den Wrestling-Spielen können “WWE 12“ und seine Vorgänger auf eine äusserst umfangreiche Vergangenheit zurückblicken. Schon im Jahre 2000 erschien der Erstling - und zwar noch unter dem WWF-Label. Über die Jahre hinweg konnte man eine riesige Fangemeinde aufbauen, aber wie es bei vielen Sportspiele-Reihen der Fall ist, ist die Evolution eine eher langsame. Von Jahr zu Jahr gibt es ein paar neue Funktionen, während alte ausrangiert werden.
Damit will “WWE 12“ aber endgültig Schluss machen: NIcht nur der Name wurde verjüngt und verschlankt, auch verspricht man den Spielern ein völlig neues Spielerlebnis ganz ohne Altlasten. Dabei hat man sowohl Teile der Engine als auch der Mechanik völlig ersetzt - schauen wir uns das doch mal etwas genauer an.

Bäumchen wechsel dich

Eine der wichtigsten Änderungen ist beim Animationssystem eingetreten - hier hat man eine gänzlich neue Engine mit dem Namen “Predator Technology” eingesetzt. Wer schon den einen oder anderen Ableger der Reihe gespielt hat, erinnert sich vielleicht daran, dass bei bestimmten Aktionen die Kämpfer im Ring moonwalkartig zurechtpostiert wurden, um entsprechend Platz für den Angriff zu schaffen - das gehört mit der neuen Technik endlich der Vergangenheit an.
Auch gibt es jetzt im Kampf deutlich mehr Flexibilität. Wo man früher diversen Griffen und Aktionen chancen- und reaktionslos entgegenstand, kann man jetzt das Blatt zu seinen Gunsten wenden. Das sorgt für ein besseres Balancing und deutlich dynamischere Kämpfe - sich hinter irgendwelchen Killer-Moves zu verstecken, funktioniert damit nämlich deutlich schlechter als zuvor.
Auch in Hinsicht auf die blosse Kampfmechanik hat sich so einiges getan - man ist deutlich flexibler als zuvor, was das Greifen des Gegners angeht, während man andere Aspekte diesbezüglich ausgedünnt und vereinfacht hat. Insgesamt fühlt sich das Spiel deutlich frischer an als vorher. Auch wenn noch immer nicht alles perfekt ist, hat man dieses Mal etwas weniger den Eindruck, man würde einen leicht verbesserten Vorgänger zocken.

Ausstattungsfragen

Nachdem die Spielmechanik ja eine derartig erfreuliche Wandlung durchgemacht hat, stellt sich natürlich die Frage, wie es um den Rest von “WWE 12“ bestellt ist. Ganz und gar nicht neu ist die Idee des “Road to Wrestlemania”-Modus, der im Prinzip einen der wichtigsten Pfeiler der Einzelspielerkampagne darstellt. Das entspricht im Grossen und Ganzen einem gescripteten Karriere-Modus ohne riesige Möglichkeiten zur Einflussnahme, dafür aber mit umso dichteterer Atmosphäre. Immerhin ist man hiermit mindestens 8-10 Stunden beschäftigt - das übertrifft mitunter schon deutlich den Spielumfang von diversen Shootern.
Natürlich gibt es aber auch wieder die Möglichkeit, einen eigenen Wrestler zu erstellen und bis an die Spitze zu führen. Man hat wieder einmal jede Menge Möglichkeiten, ernsthafte und verrückt aussehende Wrestler zu erstellen - natürlich inklusive Einmarsch, Finishing Moves und dergleichen mehr. Das ist ja soweit schon ganz nett, so richtig interessant wird das allerdings in Verbindung mit dem “WWE Universe 2.0“-Modus. In etwas grösserem Umfang als beim Vorgänger erhält man hier eine Art Liga-Baukasten, mit dem man wirklich alles modifizieren kann, was so eine Wrestling-Organisation ausmacht - verschiedene Wrestler-Fraktionen, Events und was sonst so dazu gehört, sogar eigene Handlungsstränge inklusive Dialogen darf man entwerfen. Das beste daran ist die Tatsache, dass man seine Erzeugnisse auch mit anderen teilen darf - so ergibt sich ein praktisch endloser Nachschub an neuem Spielmaterial, und das sogar ganz ohne finanziellen Einsatz. Eine tolle Sache für Hardcore-Fans, die schon immer mal die Fäden hinter der Liga selbst ziehen wollten und überdies bringt es jede Menge Spielspass, so dass man locker bis zum Erscheinen des nächsten Teils der Spielereihe beschäftigt ist.

Einheitslook?

Vor allem die Animationen von “WWE 12“ wissen absolut zu begeistern - hier gibt es authentische TV-Atmosphäre. Das ist jetzt keine neue Errungenschaft vom jüngsten Ableger der Reihe, das wurde aber noch ein Stückchen weiter vorangebracht. Allerdings - und das muss man mit einem gewissen Bedauern feststellen - hat sich der Rest der Optik nicht signifikant verbessert. Das Gebotene geht immer noch in Ordnung, aber wirkliche Fortschritte kann man hier einfach nicht feststellen.
Auch in Hinsicht auf die Soundkulisse hat sich nicht viel getan - aber da lag ja ohnehin nichts im Argen. Die Soundeffekte sind stimmig, die Themes der Wrestler sind auch mit von der Partie, und das Publikum jubelt, was das Zeug hält. Fan-Herz, was willst du mehr?

Alle meine Wrestler

Für den Fan besonders wichtig ist natürlich das Line-Up an Wrestlern. Bei “WWE 12“ ist wirklich so ziemlich alles von aktuellem Rang und Namen mit von der Partie. Von Big Show und Drew McIntyre über Legenden wie Ricky Steamboat und den Road Warriors bis hin zu den WWE Divas kann man aus einer riesigen Menge aus Ringkämpfern wählen. Überdies verspricht uns THQ wieder die Möglichkeit, das Roster via Download Contents nachzurüsten. Zwar wär es natürlich schöner, wenn die Wrestler gleich ab Werk alle mit dabei wären, aber Dowload Contents sind halt aktuell der letzte Schrei.

Globales Handgemenge

Ein weiterer interessanter Aspekt der WWE-Spielereihe ist der Multiplayer-Modus - und da macht “WWE 12“ natürlich auch keine Ausnahme. Wieder einmal gibt es die Möglichkeit, in praktisch allen Paarungen und Kampftypen gegeneinander anzutreten. Um ein möglichst unterhaltsames Spielerlebnis zu gewährleisten, lohnt es sich, die Filtermöglichkeiten bei der Gegnerwahl zu nutzen. Wrestling, so muss man wissen, ist auf den Konsolen ein notorischer Kandidat für unreife Zocker, die bei einem drohenden Matchverlust den Stecker ziehen, um die Statistik nicht zu gefährden. Somit kann man diese Gefahr zumindest etwas eindämmen. Ansonsten funktioniert der Multiplayer-Part von “WWE 12“ sehr gut - da gibt es dieses Mal auch zum Release-Termin keinen Grund zur Beschwerde, nicht so wie beim Vorgänger.

Die nächste grosse Nummer

Wenn man ehrlich ist, sind die vollmundigen Versprechungen, mit “WWE 12“ ein völlig neues Spiel abzuliefern nicht so ganz eingetroffen. Zwar hat sich in Hinsicht auf die technische Seite des Spieles einiges getan, häufig hat das aber mehr den Charakter eines Bugfixes als den einer bahnbrechenden Neuerung. Die wirklichen Knaller, die ein neues Spiel ausmachen, fehlen irgendwie: Noch immer dreht sich alles um “Road to Wrestlemania”-Modus und das “WWE Universe”.
Selbstverständlich wird das gestandene Fans der Spielereihe nicht weiter stören - vielleicht werden sie es sogar begrüssen. Auch in dieser Ausgabe ist das Spiel wieder ein gutes Stück besser geworden und korrigiert mehr oder minder grobe Schnitzer. Und doch kommen auch ein paar weniger schöne Seiten dazu - so ist etwa die Länge und Anzahl der Ladepausen nur schwer tolerabel.
Letztendlich werden sich Hardcore-Fans davon aber nicht abschrecken lassen - und das ist auch gut so. Wer den Vorgänger mochte, wird auch “WWE 12“ lieben, und alleine schon in Hinsicht auf den mächtigen Spielumfang und die zahllosen Möglichkeiten durch den Universe-Modus bietet sich ein Kauf auch in diesem Jahr an.




Fazit zu WWE 12
“WWE 12“ ist nicht ganz die Neuentwicklung, die man vollmundig angekündigt hat - dank zahlreicher Engine-Verbesserungen spielt sich der Wrestling-Titel aber dennoch frisch und unverbraucht. Was die Kampfmechanik angeht, hat man vieles verbessert und dabei fast alles richtig gemacht - lediglich eine gewisse Altbackenheit der Spielmodi liegt etwas schwer im Magen, ebenso wie die sehr störenden Ladepausen. Dafür entschädigt vor allem der “WWE Universe 2.0“-Modus, der wieder einmal jede Menge Inhalte von fleissigen und einfallsreichen WWE-Fans verspricht - und das zum Nulltarif. Insgesamt also wieder ein ordentlicher Vertreter der Zunft, der mit mittelgrossen Schritten Richtung Perfektion läuft, aber leider einmal mehr nicht sprintet.
 
WWE 12

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  Erschienen: 22.11.2011
  Hersteller: THQ
  Entwickler: Yuke’s
  System: Xbox 360
  Spieler: 2
  Genre: Sport
  USK: USK 16
  Sprache: Englisch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: wwe.thq.com
  Preis: 55,21 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
81 %
  Sound:
82 %
  Gameplay:
89 %
  Umfang:
91 %
  Multiplayer:
83 %
  Gesamt: 85 %
 Userwertung: 
 
+
+ diverse Engine-Verbesserungen
+ Universe-Modus bietet wieder unfassbare Möglichkeiten
+ tolle Atmosphäre
+ grosses Kämpfer-Roster
+ verbessertes Konter-System
+ teilweise neue Kampfmechanik
-
- mehr Neuerungen wären wünschenswert gewesen
- Ladepausen nerven sehr
 
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